Karl-Josef Scheer will Bürgermeister der Gemeinde Freisen bleiben

Wahl : Er will weiter dicke Bretter bohren

Karl-Josef Scheer fühlt sich in Freisen wohl und will Bürgermeister der Gemeinde bleiben.

„Man kann es nicht jedem recht machen“; diese Erfahrung hat  Karl-Josef Scheer (SPD) als Bürgermeister der Gemeinde Freisen gemacht.  Deshalb will er sich auf seine Arbeit  konzentrieren. Auf das Wesentliche. „Ich versuche den Menschen das Gefühl von Heimat zu geben.“ Denn wer sich in seiner Gemeinde wohl fühle, der sei zufrieden, der komme nicht auf dumme Gedanken. Der bleibe der Region treu. Und auch da zeigt sich der Bürgermeister aus Oberkirchen solide und bodenständig: „Ich brauche keine Prestige-Objekte.“ In Zeiten leerer Kassen gehe es vielmehr darum, den Bürgern eine intakte Infrastruktur vorzuhalten.

Das oberste Ziel seiner Amtszeit: das Erscheinungsbild der Orte verbessern. Eben, damit die Menschen sich damit identifizieren. „Wenn die Menschen das Gefühl haben, man kümmert sich nicht um ihren Ort, dann gefährdet das den Zusammenhalt.“ Scheer ist stolz darauf, was sich getan habe, auch dank eines funktionierenden Bauhofs: „Die Friedhöfe in der Gemeinde sind in einem top Zustand.“ Auch über den Winterdienst werde kaum noch gemeckert. „Früher waren zwei Mann auf dem Auto; das geht in der heutigen Zeit nicht mehr.“ Denn an allen Ecken müssten die Bauhof-Mitarbeiter einspringen. Ob beim Streichen der öffentlichen Gebäude oder beim Flicken von Löchern in der Straße. „Den Bauhof geschickt einsetzen“ - so lautet seine Devise. Und dabei die Folgekosten stets im Blick behalten: „Ein Rasen ist schöner als ein Rosenbeet, dessen Pflege wir nicht gewährleisten können“, so Scheer.  Mit solchen kleinen Schritten wolle er die Gemeinde voran bringen. Und dabei alle Ortsteile gleich behandeln.

Aber auch größere Projekte müsse es geben. Im Hinblick auf die Finanzen gelte es hier, kreativ zu sein.Als einen der wichtigsten Punkte seiner Amtszeit sieht der 58-Jährige die Gründung der Gemeindewerke und die Beteiligung an den Windparks in Eisen und Freisen. „Damit verdienen wir auch Geld“, so Scheer. Aber auch die Sanierung der Grundschule und den Anbau an die Gemeinschaftsschule, „für den wir mächtig gekämpft haben“, so Scheer, seien Meilensteine gewesen. Noch immer stört es ihn, dass „wir es nicht geschafft haben, die Oberstufe nach Freisen zu bekommen“. Aber er gibt nicht auf, noch sei  nicht aller Tage Abend: „Die dicksten Bretter zu bohren, das macht mir am meisten Spaß“. Ein dickes Fell und Durchhaltevermögen, das habe er auf jeden Fall.

Scheer freut sich außerdem, dass das Blockheizwerk im Weiselbergbad sich bereits nach zwei Jahren getragen habe: „Damit haben wir das Bad fit für die Zukunft gemacht.“ Und es passe optimal in das Konzept „Energiedorf Oberkirchen“. Das gelte auch für die Seniorenwohnanlage, die dort entstehen soll: „Im Hinblick auf die alternde Gesellschaft ist das ein guter Schachzug.“ Die Ansiedlung des Netto-Marktes in Oberkirchen, die Umsetzung des Brandschutzbedarfsplan und die damit verbundenen Millionen-Investitionen in die Feuerwehr sowie der Breitband-Ausbau seien weitere wichtige Projekte in seiner Amtszeit gewesen.

Scheer ist außerdem stolz darauf, das kulturelle Angebot in der Gemeinde erweitert zu haben. Gut angenommen werde die Reihe „Live im Sitzungssaal“, auch Ausstellungen mit dem Fotoclub Tele Freisen oder dem Kunstkreis Kusel hätten sich etabliert. Und auf das jährliche Sommer-Open-Air sei er stolz, auch wenn Peter Weigerding der Haupt-Organisator sei.

Zufrieden ist der Bürgermeister also. Weil er mit seiner Mannschaft mit  wenig Geld doch viel erreicht habe. Und er sagt: „Bürgermeister ist der schönste Beruf, den es gibt.“ Daher will er in seine zweite und letzte Amtszeit gehen. „Es hat Spaß gemacht, etwas zu bewegen und sich einzumischen.“ Dabei habe er mittlerweile Nerven wie Drahtseile, sagt er. Seine Gelassenheit sieht er als Pluspunkt an. Was aber nicht bedeute, dass er nicht noch weitere Ziele habe.  Scheer plant, ein weiteres Gewerbegebiet in Grügelborn/Reitscheid zu erschließen. Sie Seniorenwohnanlage gelte es zu realisieren, genau wie den Freizeitweg von Freisen nach Nonnweiler, den er als „Leitprojekt“ bezeichnet: „Und die Initialzündung kam aus unserem Gemeinderat.“ Außerdem will er weiter die kommunalen Finanzen im Blick behalten. Und bei aller Arbeit will der Diplom-Verwaltungswirt, der zwei Kinder und ein Enkelkind hat, sich weiter intensiv um die Familie kümmern. Und den Freundeskreis pflegen. Und in der Politik offen sein für neue Wege. „Aus Nichts etwas zaubern“ laute das Erfolgsrezept. Wegen solcher Gedanken sei er in den 1980er-Jahren überhaupt erst in die Politik gegangen: „Wenn man etwas Positives bewegen will, dann geht das nur, wenn man sich aktiv einmischt.“ Und das würde er gerne noch eine weitere Amtszeit machen.