Alexander Becker (CDU) will Bürgermeister der Gemeinde Freisen werden

Wahl : Für Becker eine Herzensangelegenheit

Bürgermeister ist für den Freisener CDU-Kandidaten ein Traumjob. Er sieht sich als Familien- und Vereins-Mensch.

Alexander Becker hat zwei Ziele vor Augen. Er möchte nicht nur Freisener Bürgermeister  werden, er möchte bis zum Wahltag am 26. Mai auch alle Haushalte in der Gemeinde besucht haben. Der CDU-Kandidat ist zuversichtlich, dass das klappt. Schließlich ist er schon seit August unterwegs. „Das waren viele Begegnungen, die Spaß gemacht haben“, zieht er eine  Zwischenbilanz. Er habe aber auch gemerkt: „Es gibt viele alte und und viele einsame Menschen in unserer Gemeinde.“ Und auch Politikverdrossenheit habe er gespürt. Deshalb sagt der 37-Jährige: „Politik vom Rathausstuhl aus ist nicht der richtige Weg.“ Sollte er die Wahl gegen seinen Mitbewerber – Becker nennt Karl-Josef Scheer absichtlich nicht Konkurrenten – gewinnen, wolle er zwar seine Arbeit vom Rathaus aus koordinieren, aber er will auch nah bei den Menschen und in den Ortsteilen präsent sein: „Man muss dorthin gehen, wo es brennt.“

Nicht umsonst nenne sich der Verwaltungsfachwirt  im Wahlkampf „Alex Becker – Zukunftswecker“. Er erklärt: „Jeder von uns hat eine Zukunft. Entweder, ich reagiere auf das, was kommt. Oder ich wecke die Zukunft auf, packe an.“ Er will anpacken, sagt er. Daher habe er zusammen mit seinem Team, das nicht nur aus CDU-Leuten bestehe, ein 15-Punkte-Wahlprogramm auf die Beine gestellt. Zusammengefasst sagt er: „Ich will Familien fördern, Vereine entlasten und das Ehrenamt stärken.“ So möchte er eine zentrale Anlaufstelle für Vereine im Rathaus schaffen. Zu viele Gesetze und Unklarheiten gebe es mittlerweile für die Ehrenamtlichen. Allein die Datenschutzgrundverordnung werfe viele Fragen auf. Daher will er im Rathaus informieren. Und dabei Netzwerkstellen im Landkreis nutzen. Auch an eine  Bürgerstiftung denkt der Vater einer Tochter. „So sollen für Vereine Gelder generiert werden“, sagt Becker. An die Vereine denkt er auch bei seiner Idee von einem Ehrenamts-Stammtisch, „bei dem auch der Bürgermeister dabei sein sollte“. Die Vereine, das sagt Becker, liegen ihm besonders am Herzen. Schließlich wisse er als Vorsitzender der Freisener Vereinsgemeinschaft, wo der Schuh drückt. Und welch’ wertvolle Arbeit Vereine und  Hilfsorganisationen leisten.

Und wo drückt der Schuh bei den Bürgern. Das will er in Gesprächen, die in jedem Ort stattfinden sollen, erfahren. „Bei mir wird das Rathaus mobil“, fügt er hinzu. So will er der Großmutter in Eitzweiler nicht zumuten, nach Freisen ins Rathaus fahren zu müssen, um einen Personalausweis zu beantragen. Dank moderner Technik könne auch ein Mitarbeiter zu ihr kommen. Zu viel Aufwand? Das denkt Becker nicht: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“  In dieser Sache sei auch eine interkommunale Zusammenarbeit denkbar, so Becker.

Weitere Ideen des 37-Jährigen sind unter anderem ein Generationenbüro, die Ausweisung neuer Gewerbeflächen, die weitere Digitalisierung der Grundschule, ein Elektro-Auto, womit Ehrenamtliche Menschen, die nicht mobil sind, zu Terminen fahren, ein Grenzgänger-Ticket im Öffentlichen Personennahverkehr und der Dialog mit der Jugend. Und: „Das Schwimmbad wird unter einem Bürgermeister Alexander Becker nicht zu machen.“ Entsprechende Gerüchte hätten, so erzählt er im SZ-Gespräch, bereits die Runde gemacht. Dabei ist Becker der Überzeugung: „Jedes Kind muss schwimmen lernen.“ Und dafür brauche es Schwimmbäder.

An Ideen mangelt es ihm nicht. Aber wird er sie auch umsetzen können? Eine Prognose, wie die Wahl ausgeht, will er nicht abgeben. „Das wäre Kaffeesatzleserei“, sagt der Freisener. Und fügt hinzu: „Ein Wahlkampf gegen einen Amtsinhaber ist immer eine Herausforderung.“

Fest stehe für ihn aber. „Mein Leben wird am 27. Mai auf jeden Fall weiter gehen.“ Entweder als Bürgermeister oder als Gemeinderats- oder Ortsratsmitglied. Oder als Privatmensch. Denn: „Die Zeit für die Familie ist das höchste Gut; das merke ich derzeit, wo ich viel unterwegs bin, besonders.“ Er liebt es, abends mit seiner Tochter zu spielen, im Garten zu arbeiten oder den Schwenker spontan zu nutzen. Aber nicht nur die Familie und die Vereine seien für ihn eine Herzensangelegenheit, auch die Gemeinde Freisen und die Politik. „Bürgermeister war schon immer mein Traumberuf“, sagt er. Als er in der achten Klasse auf der Hauptschule ein Praktikum machen musste, da war für ihn klar: Er absolviert das auf der Gemeindeverwaltung. Denn schon damals habe er seinen Berufswunsch ganz klar geäußert. Er besuchte später die Handelsschule und machte eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Über die Junge Union kam er 2004 erstmals in den Gemeinderat. Heute arbeitet der Verwaltungsfachwirt beim Jobcenter des Landkreises St. Wendel. In den vergangenen Wochen hat er nachmittags Überstunden abgebaut: Denn da standen die Hausbesuche auf dem Programm.