Sexueller Missbrauch an Kindern: Verdacht gegen Mann aus Saarwellingen (71)

Schlimmer Verdacht : 71-Jähriger aus Saarwellingen soll Kinder sexuell missbraucht haben

Schlimmer Verdacht gegen einen 71-Jährigen aus Saarwellingen (Kreis Saarlouis): Dem Rentner wird vorgeworfen, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Der Mann sitzt seit sechs Wochen in Untersuchungshaft.

Wie die Staatsanwaltschaft Saarbrücken bestätigt, führt sie derzeit ein Ermittlungsverfahren gegen den Mitarbeiter eines Fahrdienstes. Er hat Kinder bei Betreuungseinrichtungen abgeholt. „Vorwurf ist sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Kindern in Tateinheit mit Herstellen kinderpornografischer Schriften (hier: Bildern)“, informiert Oberstaatsanwalt Raimund Weyand. Der Mann soll die Taten zwischen August 2016 und Juni 2019 verübt haben. Seit dem 13. Juni ist er in U-Haft.

Die Ermittlungen, auch in Bezug auf mögliche weitere Opfer, dauerten an. Aus Gründen des Verfahrensschutzes gebe es momentan keine weiteren Auskünfte, heißt es weiter, auch nicht zur Zahl der Opfer. Wurden die Eltern frühzeitig informiert? Darüber, so Weyand, könne er nichts sagen, da die Akten derzeit an anderer Stelle den Ermittlungen dienten. Und antwortet auf die Frage, warum das Ganze nicht früher publik wurde, es sei keine Praxis, auf laufende Verfahren hinzuweisen.

Derweil wurde bekannt, dass offenbar behinderte Kinder, die den integrativen Sonderkindergarten der Lebenshilfe in Saarwellingen besucht hatten, betroffen sind. Dazu sagt der Geschäftsführer der Lebenshilfe Kreis Saarlouis gGmbH, Uwe Nisius, auf SZ-Anfrage: „Wir wurden vor sechs Wochen darüber unterrichtet, dass der Fahrer eines Unternehmens, das wir beauftragt haben, des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird.“ Die Kinder seien mittlerweile aus der Einrichtung ausgeschieden, in die Schule gewechselt. Die erste Reaktion? „Bestürzt“ sei man bei der Lebenshilfe ob der Vorwürfe gegen den Saarwellinger Fahrer, „wie vor den Kopf gestoßen“. Nun stehe man in ganz engem Kontakt mit den Ermittlungsbehörden. Alles solle restlos aufgeklärt werden.

Der Lebenshilfe-Geschäftsführer betont, man habe alles überprüft. Es sei „klar“, dass im Umfeld des Kindergartens oder bei den Touren nichts passiert sei. Wenn die Kinder von dem externen Unternehmen gefahren worden seien, sei immer noch mindestens eine weitere Betreuungsperson mit dabei gewesen. Der Bustransfer wird ihm zufolge ausschließlich für die behinderten Kinder des integrativen Kindergartens in Saarwellingen angeboten. Der Fahrdienst habe keinen Zutritt zur Einrichtung.

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