Turnier im berittenen Bogenschießen in Saarwellingen

Bogenschießen : Bogenschießen auf dem Pferd in der Luft

Das sind Szenen wie im Film: Im wilden Galopp rasen die Reiter dem Ziel entgegen – und legen erfolgreich mit Pfeil und Bogen an.

Das zweitägige Turnier im berittenen Bogenschießen mit Qualifikationsmöglichkeit zur deutschen Meisterschaft findet am Samstag, 20. Juli, und Sonntag, 21. Juli auf dem Reitgelände „Auf der Höh“ des Reit- und Fahrvereins Saarwellingen (RuFVS) statt. Der Verein Steppenreiter und der Reit- und Fahrverein Saarwellingen bieten das Turnier bereits zum dritten Mal in Folge an.

Unter der Organisation von Margit Kleinbauer (Leiterin des Trainingszentrums der Bogenreiter Hochwald in Weierweiler) sind Meldungen aus dem Saarland, der Eifel und Luxemburg eingegangen. Trotz einer kurzfristigen Ausschreibung und der Ferienzeit wurde der 2017 erstmals angebotene Veranstaltungsort in Saarwellingen erneut sehr gut angenommen.

Die Anreise begann für viele Teilnehmer bereits am Mittwochabend. Am Vortag eines Turniers findet immer ein Probetraining statt, welches für alle Teilnehmer Pflicht ist. Am Samstag startet dann ab elf Uhr der ungarische Wettkampf. Hier müssen auf einer 90 Meter langen Bahn insgesamt drei Ziele getroffen werden. Treffer werden in allen Wettbewerben ausschließlich in der Gangart Galopp als gültig gewertet.

Daher gibt es neben Punktewertung je Treffer, auch ein Zeitlimit von maximal 18 Sekunden (Jugend 20 Sekunden) zum Absolvieren der gesamten Bahnlänge. Ende des Wettbewerbstages wird voraussichtlich gegen 15 Uhr sein.

Der Sonntag bietet ab zehn Uhr den koreanischen Wettkampf mit verschiedenen Unterkategorien. Angeboten werden der so genannte Single Shot, bei dem eine Zielscheibe nach 45 Metern Bahnlänge aufgestellt wird. Anschließend der Double Shot, bei dem zwei Zielscheiben nach 40 Meter und 50 Meter Bahnlänge aufgestellt werden. Die in Ritt-Richtung erste Scheibe wird so aufgestellt, dass ihr Trefferbereich zum Start hin ausgerichtet ist. Der Trefferbereich der zweiten Scheibe zeigt zum Ziel. Als Abschluss wird das so genannte Mini-Multiple Shot angeboten, bei dem vier koreanische Zielscheiben bei 15, 45, 75 und 105 Meter (gemessen vom Start) aufgestellt werden. Das Ende der Veranstaltung wird ebenfalls gegen 15 Uhr sein.

Das berittene Bogenschießen ist eine junge, spannende Disziplin im Pferdesport. Es kommt auf Konzentration und Schnelligkeit, Bewegungsgefühl und Koordination, Rhythmus und Balance, sowie Vertrauen zu seinem Partner Pferd an.

Die Schwierigkeit beim berittenen Bogenschießen besteht darin, dass sich die Entfernung zum Ziel permanent ändert und man gleichzeitig die Bewegung des Pferdes ausbalancieren muss. Nur wenn Pferd und Reiter im Gleichgewicht sind, trifft der Pfeil ins Ziel. Der beste Zeitpunkt für den Abschluss des Pfeiles ist die Schwebephase, also der Moment, in dem alle vier Hufe in der Luft sind. Alles erfolgt intuitiv, das Zielen ist nicht möglich. Das so genannte Einnocken, also das Einlegen und in die Sehne Einspannen des Pfeiles, erfolgt blind und ohne hinzusehen, denn das Ziel muss permanent im Auge behalten werden. Damit dies alles schnell und perfekt funktioniert, muss es zunächst erst vom Boden ohne Pferd, geübt werden.

Die Historie zeigt, dass erst durch die Schusswaffen Reitervölker zu besiegen waren und das berittene Bogenschießen an Bedeutung verlor. Nur in Japan gibt es bis heute eine fast 800 Jahre alte ungebrochen Tradition des berittenen Bogenschießens, das Yabusame. Durch den ungarischen Bogenbauer Lajos Kassai wurde es vor etwa 20 Jahren neu belebt und bekommt seither weltweit immer mehr Anhänger.

Aus den neu entstandenen Kontakten der Vereine entstand 2017 die Idee, das erste Turnier im berittenen Bogenschießen im Saarland auf dem Reitgelände „Auf der Höh“ in Saarwellingen auszuschreiben.

www.rufvs.de

Die Sportwartin des Reit- und Fahrvereins Saarwellingen, Marie Meier, und Schecke Janosch erreichten beim koreanischen Wettkampf im vergangenen Jahr den dritten Platz. Die höchste Punktzahl je Scheibe ergibt hierbei der „Tiger“. Foto: Holger Schumacher. Foto: Holger Schumacher

www.diesteppenreiter.de

Mehr von Saarbrücker Zeitung