Von Burgersteig und Burgerlouis

Burger als Fastfood für Eilige mit pappig-lappigem Brötchen – das war einmal. Der trendige „Burger de Luxe“ geht anders: mit schmackhaftem Rindfleisch, frisch zubereitet, selbst gemachte Fritten – das kommt an.

Es gibt da diese Szene, in der John Travolta und Samuel L. Jackson sich darüber unterhalten, wie viel eleganter es doch klingt, wenn man sich einen Burger auf Französisch statt auf Englisch bestellt. Wenig später sitzen die beiden Profikiller in einem Restaurant und verdrücken einen "Big Kahuna"-Burger. Und genau diese Szene aus dem Film "Pulp Fiction" hat bei Dominik Wierzbinski vor 20 Jahren etwas ausgelöst.

"Ich war zehn, als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, und konnte kaum etwas verstehen, aber die Begeisterung für Burger hat mich seitdem nicht mehr losgelassen", sagt der 30-Jährige, der Ende Mai in der Saarlouiser Stiftstraße das Fast-Food-Restaurant Burgersteig eröffnet hat - und seinen Kunden dort die rhetorische Frage stellt: "Bock auf Burger?" Denn wer ins Burgersteig geht, hat genau das: Bock auf Burger.

"Bei uns gibt es keine Tiefkühlkost. Das Rindfleisch wird am Stück vom Metzger geliefert, wir schneiden es zu, drehen es durch den Fleischwolf und würzen es ausschließlich mit Salz und Pfeffer", sagt Wierzbinski, der sich vor eineinhalb Jahren in Völklingen mit einem kleinen Burgerladen selbstständig gemacht hat. "Das kam super an, wobei wir in Völklingen fast ausschließlich Heimservice anbieten."

Saarlouis habe ihn gereizt, "weil es hier noch keinen richtig guten Burgerladen wie zum Beispiel in Saarbrücken gibt". Sein Konzept scheint aufzugehen. "Wir sind mit der Resonanz bislang wirklich zufrieden. An manchen Tagen, wenn der Laden richtig voll ist, bin ich echt stolz", sagt Burger- und Film-Fan Wierzbinski, dessen Faible für Filme sich auch im Burgersteig widerspiegelt. Plakate von "Scarface", "Casablanca", "Pulp Fiction" und anderen Klassikern zieren die Wände. Auf der Karte stehen neben 200- und 400-Gramm-Burgern auch Hot-Dogs, selbst gemachte Fritten, frittierte Süßkartoffeln, Krautsalat und Cup-Cakes. Die backt Mutter Birgit täglich frisch. Als Besonderheit gibt's neben einem veganen Burger auch den original "Big Kahuna"-Burger. Ehrensache für den "Pulp-Fiction"-Fan.
Lieferservice läuft

 Die Brüder Sebastian und Tobias Böhm (rechts) brutzeln ihre Burger im Burgerlouis in der Augustinerstraße. Besonders ihr Heimservice werde immer besser angenommen, sagen sie. Foto: M. Prams
Die Brüder Sebastian und Tobias Böhm (rechts) brutzeln ihre Burger im Burgerlouis in der Augustinerstraße. Besonders ihr Heimservice werde immer besser angenommen, sagen sie. Foto: M. Prams Foto: M. Prams

Nur wenige Meter weiter, in der Augustinerstraße, hat zwei Wochen nach dem Burgersteig ein weiterer Burger-Laden eröffnet: das Burgerlouis. Hier stehen die Brüder Sebastian (26) und Tobias (23) Böhm hinter der Theke und brutzeln ebenfalls frisch zubereitete Burger. "Das Fleisch kommt vom Metzger, die Brötchen vom Bäcker. Saucen, Ketchup, Mayo - machen wir alles selbst", sagt Sebastian.

Die Lage in der kleinen Straße sei etwas versteckt, Laufkundschaft daher selten, weshalb das Burgerlouis noch eher ein Geheimtipp sei. Aber: "Die Resonanz ist durchweg positiv, und das spricht sich rum", sagt Sebastian.

Außerdem bieten die Brüder einen Heimservice an, was ebenfalls immer besser angenommen werde. Auch im Burgerlouis stehen Veggie-Burger auf der Karte, auch dort gibt es selbst gemachte Fritten, Hot-Dogs und Krautsalat . Keine Angst, dass einer der beiden Läden den Kürzeren ziehen könnte? "Wir sehen das ganz sportlich. Konkurrenz belebt das Geschäft", sagen die Brüder.