Eidechsen finden neue Heimat

Die Sanierung am Bahndamm in Roden gefährdet den Lebensraum zahlreicher Mauereidechsen. Das hat SZ-Leser-Reporter Herbert Germann beobachtet. Die Stadt sagt aber: Die Tiere wurden bereits umgesiedelt.

Der Bahndamm in Roden ist Wohnraum zahlreicher Mauereidechsen - zumindest bislang. "Dort sind Sanierungsarbeiten im Gange", erzählt Leser-Reporter Herbert Germann aus Roden . Durch den Einsatz von Hochdruckreinigern und Versiegelungsarbeiten sei die Population der kleinen Tiere gefährdet. "Wenn die Arbeiten stattfinden, verschwinden die Mauereidechsen in ihren Löchern", beschreibt der besorgte Anwohner: So gebe es kein Entkommen für sie, wenn der Hochdruckreiniger kommt. Insbesondere wundert es Germann, dass im Vorfeld keine Maßnahmen getroffen wurden. "Es gibt da doch sicher Möglichkeiten", meint er.

Dies bestätigt Andreas Ney, Umweltschutzbeauftragter der Stadt Saarlouis, und versichert, diese seien auch ergriffen worden: Die Bahn habe vor Beginn der Arbeiten einen Fachbeitrag zum Artenschutz anfertigen lassen und dieser sehe die Umsiedlung vor. "Man darf solche Eidechsen nicht töten", betont Ney. In der Güterbahnhofstraße sei eine Gabionenmauer mit Krautsaum entstanden, "die entspricht dem Lebensraum der Eidechsen". Im April seien Eidechsen eingefangen und umgesiedelt worden. Die Vorgehensweise sei "eigentlich vorbildlich".

Ney räumt jedoch ein, dass vermutlich neue Tiere eingewandert seien. Es könne sich ebenso um übersehene Exemplare sowie deren Nachwuchs handeln. Dies bestätigt Leser-Reporter Germann: Es gebe mittlerweile Junge. Obwohl es laut Ney direkt vor Beginn der Arbeiten eine weitere Kontrolle gegeben habe, will er sich darum kümmern, dass die Mauer erneut begutachtet wird und weitere Tiere umziehen können. Eine Tötung einzelner Eidechsen könne aber selbst bei bestmöglicher Ausführung nicht ausgeschlossen werden.

Können Anwohner selbst etwas für die Tiere tun? Ney rät allerdings von Maßnahmen in Eigenregie ab: "Es ist ein Problem, wenn jemand unsachgemäß vorgeht."

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