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Mit kritischer Aktion aufs Siegerpodest

Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer mit Schülern der Saarlouiser Gemeinschaftsschule „In den Fliesen“. Foto: Staatskanzlei
Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer mit Schülern der Saarlouiser Gemeinschaftsschule „In den Fliesen“. Foto: Staatskanzlei FOTO: Staatskanzlei
Saarlouis. „Blutige Handys“ hieß die Aktion, mit der die Schüler der Saarlouiser Gemeinschaftsschule „In den Fliesen“ an einem Wettbewerb des Landes mitgemacht haben. Dafür wurde die Schule mit 2000 Euro prämiert. red

2700 alte Mobiltelefone - das ist die positive Bilanz einer Handy-Sammelaktion an 111 saarländischen Schulen. Auch die Saarlouiser Gemeinschaftsschule "In den Fliesen" war mit dabei und wurde sogar mit dem ersten Platz für ihr außergewöhnliches Engagement ausgezeichnet.

Die Bildungskampagne der Landesregierung "Verantwortung und Nachhaltigkeit. Mach mit!" zum Thema Handy-Recycling war im vergangenen Jahr gestartet. Die besten Schul-Projekte wurden im Juli von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ausgezeichnet.

In der Kategorie "Veranstaltung" ging der erste Platz an die Gemeinschaftsschule "In den Fliesen" in Saarlouis . Die Schüler der Gemeinschaftsschule starteten, unterstützt von Pastoralreferent Sven Hogen, die Aktion "Blutige Handys". Mit einer Unterschriftenaktion in der Saarlouiser Innenstadt machten sie auf die teils unmenschliche Art der Rohstoffgewinnung im Kongo aufmerksam und forderten Handyhersteller dazu auf, zukünftig im Kongo gewonnene Rohstoffe nicht mehr in der Produktion zu verwenden. Zudem richtete die Schule unter dem Motto "Hol die Gruftis raus!" Sammelstellen für alte Handys ein und veranstaltete einen tanzenden Flashmob auf dem Schulhof.

"Mit Eurer Aktion habt ihr es geschafft, Verantwortung und nachhaltiges Denken in die Gesellschaft zu bringen und seid dabei selbst mit gutem Vorbild voran gegangen. Dazu musstet ihr zunächst euer eigenes Verhalten untersuchen, etwas Alltägliches wie ein Handy mit anderen Augen sehen, die Geschichte dahinter erfahren und - ganz wichtig - sie anderen Menschen erzählen", sagte Landrat Patrik Lauer . Der Landkreis Saarlouis als Schulträger sei stolz auf die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule, "die den Massenkonsum in der Gesellschaft kritisch zur Debatte gestellt und mit ihren Aktionen wichtige Aufklärungsarbeit geleistet haben".

Das Preisgeld in Höhe von 2000 Euro für das große soziale Engagement der Schüler kommt Abbé Justin Nkunzi von der Kampagne für sauberen Rohstoffabbau im Ost-Kongo zugute.