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Pfarrei Saarlouis weiht Forum St. Ludwig ein

Kirche : Raum zwischen Trubel und Garten

Die katholische Kirche hat einen neuen Treffpunkt. Weihbischof Robert Brahm weihte das Forum St. Ludwig mitten in Saarlouis ein.

Natürlich muss man das neue Forum St. Ludwig, das die Pfarrei „Saarlouis links der Saar“ gerade eingeweiht hat, so sehen, wie es die Architekten beschreiben. „Mitten in Saarlouis eine kleine Oase“, ein Raum, der von beiden Seiten begehbar ist – von der Straße nahe dem Großen Markt her ebenso wie vom kleinen, rundum eingefassten Garten hinter dem Haus. „Beide Pole erlebbar in diesem einen Raum“, wie die Architekten Christof Leinen und Barbara Leinen-Schmitt das „Forum“ erklärten, das nicht ihr erstes Projekt eines Umbaus kirchlicher Gebäude ist. Wegen der beiden Pole lassen sich die bis zum Boden reichenden Fenster zu beiden Seiten hin wie Türen öffnen.

Doch ein Versammlungsraum als Durchgang vom geschäftigen Treiben der „Welt“ draußen zum kleinen, stillen Paradiesgarten, das könnte man auch als einfaches architektonisches Symbol für das Selbstverständnis der Kirche überhaupt verstehen. Schließlich ist der Kirchenbau von St. Ludwig nebenan von seinem Architekten Gottfried Böhm auch als „Marktplatz des Glaubens“ verstanden worden, wie Christof Leinen bei der Einsegnung sagte.

Für Leinen ist am Bau des kleinen Forums wichtig, dass „hier Kirche stattfindet, die Fenster sind bis nach unten gebrochen, um das nach außen sichtbar zu machen.“

Tatsächlich geht es dem Bauherrn genau darum. Das Pfarrhaus St. Ludwig wurde bei laufendem Betrieb umgebaut, ein Stück in den kleinen Garten erweitert, um einen Versammlungsraum für bis zu 100 Besucher zu schaffen.

Angesichts eines Eindrucks, „der in der Öffentlichkeit erweckt wird, wonach sich die Kirche zunehmend zurückziehe“, stelle das Forum den „eindrucksvollen Beweis dar, dass die Kirche vor Ort ist und erreichbar sein wird“, erklärte Weihbischof Robert Brahm. „Ein mutiges Zeugnis“ und „eine Chance, neue Formen der City-Pastoral zu probieren“.

Der neue Raum hat laut Brahm 420 000 Euro gekostet, zwei Drittel habe das Bistum bezahlt, ein Drittel die Kirchengemeinde.

Pastor Frank Kleinjohann betonte, der neue Raum diene der Begegnung nicht nur innerhalb der Kirche. „Es gibt für die Nutzung kein fertiges Konzept. Wir sind angewiesen auf Initiativen und Ideen.“ Schon jetzt gebe es Anfragen. Signalisieren wolle man eine „offene Kirche“, in der sich Menschen begegneten. Denkbar seien neben Sitzungen der Gremien der Pfarrei mit ihren 11 000 Mitgliedern auch Diskussionen, Vorträge, kleine Konzerte, Ausstellungen, auch Kommunionsunterricht.

Der neue Begegnungsraum im Pfarrhaus ersetzt zu einem Teil das Pfarrheim der Gemeinde, das 2015 abgerissen wurde. Es stellt, wie Oberbürgermeister Peter Demmer anerkennend sagte, „eine Investition“ dar, mit der die Kirche „in die Zukunft blickt“.