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Verkehrspolitik: Das wird eine Wertentscheidung

Verkehrspolitik : Das wird eine Wertentscheidung

Seit 2009 beschäftigt sich der Landesbetrieb für Straßenbau mit dem Stau-Problem Wallerfanger Straße und Autobahn in Saarlouis. Jetzt hat er im Ausschuss – grundsätzlich nicht zum ersten Mal – eine Lösung skizziert, von der er wissen musste, dass die Ratsleute fuchtig würden und sie rundweg ablehnen würden. Trotzdem warfen sie dem Ausschuss die dicken Brocken vor die Füße und gaben sich rhetorisch nicht gerade Mühe, für den Vorschlag von vier Spuren zu werben: Mit Folgen wie absurde Umwege für Anwohner, Radler auf Umwege und durch eine Röhre unter der Autobahn durch schicken. Die Kastanien-Allee, eine Allee, die wie in der Metzer Straße den Eingang nach Saarlouis positiv prägt, weg. Der alte Park vor dem Ford-Hochhaus zerstört, das Hochhaus selbst von einer Autobahnauffahrt umzingelt. Und es ist noch nicht einmal sicher, ob der Stau besonders in die Stadt hinein (Ampel an der Saint-Nazairer Allee) wirklich verschwände. Ist eben so. Die Rahmenbedingungen, auch die gesetzlichen, lassen nichts anderes zu, sagen sie und haben vermutlich weitgehend Recht damit.

Esther Maas Margret Schmitz. Foto: SZ/Robby Lorenz

Jetzt muss kreativ abgeprüft werden, ob es wirklich keine andere Lösung gibt als die Vierspurigkeit. Kann gut sein. Dann muss abgewägt werden: die geschilderten stadtplanerischen Folgen für die Saarlouiser Bürger gegen den Vorteil eines schneller abrollenden Autoverkehrs. Ein Preis muss gezahlt werden, und das könnte sehr wohl der lästige Stau sein. Verkehrsplanung ist eben immer auch eine politische, eine Wertentscheidung.