Großes Herz für kleine Feuerwehrfahrzeuge

Großes Herz für kleine Feuerwehrfahrzeuge

Nalbach. Der Mann hat Löschwasser im Blut und 1600 Feuerwehrfahrzeuge im Kleinformat in seinem Keller. Seit Jahrzehnten sammelt Ernst Eisenbarth Feuerwehreinsatzfahrzeuge aus der ganzen Welt im bekannten Eisenbahnformat "H0-1:87". Eisenbarth erforscht die Geschichte von Feuerwehren in der ganzen Welt, darunter die von Moskau, Sidney oder Santiago de Chile

Nalbach. Der Mann hat Löschwasser im Blut und 1600 Feuerwehrfahrzeuge im Kleinformat in seinem Keller. Seit Jahrzehnten sammelt Ernst Eisenbarth Feuerwehreinsatzfahrzeuge aus der ganzen Welt im bekannten Eisenbahnformat "H0-1:87". Eisenbarth erforscht die Geschichte von Feuerwehren in der ganzen Welt, darunter die von Moskau, Sidney oder Santiago de Chile. Dabei war der Nalbacher nie selbst Mitglied in einer Feuerwehr.Spezialisiert hat sich Eisenbarth zurzeit auf die Pariser Feuerwehr, die - wie die Saarlouiser Wehr - vor genau 200 Jahren gegründet wurde. So weiß der forschende Feuerwehrfan aus Nalbach manch Überraschendes über die französischen Wehren zu berichten. Demnach ist die Pariser Feuerwehr mit einer Truppenstärke von 8500 Mitarbeitern hinter New York die zweitgrößte der Welt. Und wer weiß schon, dass Paris und Marseille Militärfeuerwehren besitzen, die bewaffnet sind. Gleichzeitig hat die Pariser Feuerwehr ein Corps mit 60 studierten Berufsmusikern, eine weltberühmte Gymnastikgruppe und einen Chor.

Umfangreiche Detailinformationen besitzt der Nalbacher auch über die chilenischen Feuerwehren. Dort gibt es 14 deutsche Feuerwehrkompanien, deren Fahrzeuge mit dem Bundesadler und Emblem des deutschen Feuerwehrverbandes gekennzeichnet sind.

Eisenbarth nutzt als Informationsquelle für seine Recherchen überwiegend das Internet. Er besuchte in der Vergangenheit mehrmals Bourbon-Lancy, die französische Partnerstadt von Saarwellingen im Südburgund, um auch dort Kontakte zur Feuerwehrszene zu knüpfen. "Mein dortiger Freund Alain Epars hat mir vor Kurzem ein handgefertigtes Holzmodell einer 150 Jahre alten französischen Handlöschpumpe geschenkt", erzählte Eisenbarth. Zufällig erfuhr er von seinem französischen Freund, dass der Logistikchef der burgundischen Wehr Didier Eisenbarth heißt, mit dem er nun Kontakt aufnehmen will.

Der Hobbykeller im Eigenheim des 59-Jährigen ehemaligen Sparkassenangestellten lässt das Herz eines jeden Feuerwehrmannes höher schlagen. Auf langen Regalen zieren die unterschiedlichsten Modelle von Feuerwehreinsatzfahrzeugen aus der ganzen Welt die Wände. Natürlich verfügt Eisenbarth in seiner Sammlung auch über deutsche Fahrzeuge, beispielsweise von Magirus Deutz, oder Feuerwehrfahrzeuge aus der DDR. Selbst das Modell eines Feuerwehrhubschraubers kann Eisenbarth präsentieren.

Soviel Affinität für Feuerwehren muss einen besonderen Grund haben. "Mein Vater war Wehrführer der Feuerwehr Fraulautern, wo unsere Familie zehn Jahre im Nebengebäude zum dortigen Feuerwehrhaus gewohnt hat", erzählt Eisenbarth. "Ich war in meinen jungen Jahren immer wieder mit der Feuerwehr in Kontakt", erläutert Eisenbarth. Richtig gezündet habe es bei ihm aber erst vor 30 Jahren anlässlich eines Besuches des Feuerwehrmuseums in Salem am Bodensee.

Heute überrascht Eisenbarth befreundete heimische Spritzenmänner gerne mit einer Kiste Einsatz-Pils, einem so genannten Feuerwehr-Bier, das er zufällig in einem Supermarkt entdeckt hat. Dem längst vergriffenen Feuerwehr-Gesundheitsbitter, einem Kräuterschnaps des Saarlouiser Carl Gräff aus dem Jahr 1870, hat Eisenbarth zur Renaissance verholfen.

Befreundete Feuerwehrmänner überrascht Eisenbarth gern mit speziellem Feuerwehreinsatzbier oder einer Miniflasche Feuerwehrgesundheitsbitter.
Ernst Eisenbarth hat mehr als 1600 Feuerwehrfahrzeugmodelle aus der ganzen Welt gesammelt. Als neuestes Prunkstück präsentiert er das Modell einer 150 Jahre alten französischen Handlöschpumpe, das ihm ein Freund aus der Saarwellinger Partnerstadt Bourbon-Lancy geschenkt hat. Fotos: Dieter Lorig.
Befreundete Feuerwehrmänner überrascht Eisenbarth gern mit speziellem Feuerwehreinsatzbier oder einer Miniflasche Feuerwehrgesundheitsbitter.

Seine Recherchen vermittelt der Nalbacher in Präsentationen, wie beispielsweise am Tag der offenen Tür der Feuerwehr in Nalbach. Wenn Eisenbarth mal keine Lust auf Feuerwehrfahrzeuge hat, spielt er Tuba.

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