Katholische Erwachsenenbildung Dillingen hilft bei Berufsfindung

KEB Dillingen : „Das war mein großer Durchbruch“

Die Kaholische Erwachsenenbildung Dillingen (KEB) hilft jungen Leuten, ihren Beruf zu finden, und hat damit Erfolg.

  Seit Juli ist Yasmin König (21) Auszubildende im Restaurantfach in einem namhaften Dillinger Catering-Betrieb. Sie verfügt über einen Mittleren Bildungsabschluss, wusste aber nach der Schule nicht, wohin ihre berufliche Laufbahn führen sollte. Als sie Erzieherin und Altenpflegerin werden wollte, merkte sie, dass dies nicht die richtigen Berufe für sie sind.

Dann fand sie zur Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) in Dillingen und nahm dort an der Maßnahme zur Berufsvorbereitung (BVB) teil. Zuerst erprobte sie sich als Friseurin, danach im Garten- und Landschaftsbau. „Dann habe ich das Restaurantfach entdeckt, das war eigentlich mein großer Durchbruch“, erzählt König. „Ich habe beim Mittagstisch bedient, im Servicebereich und in der Küche gearbeitet, Gäste betreut, Bestellungen aufgegeben, Tische eingedeckt, Räume gestellt. Im Bereich Hauswirtschaft habe ich Wäschepflege mit Bügeln, Waschen, Falten und allem, was dazugehört, gemacht, in der Küche Essen vorbereitet, Gemüse geschält, die Spülmaschine bedient und so weiter.“

Vorher hatte sie das Restaurantfach gar nicht „auf dem Schirm“. „Durch die KEB habe ich eine Perspektive gekriegt, die ich vorher nicht hatte“, sagt sie und ergänzt: „Da konnte ich auch immer zu jemandem gehen, wenn ich nicht mehr weiter wusste.“

Wie Yasmin König geht es vielen. Sie verlassen die Schule, ohne zu wissen, wie es beruflich weitergehen soll. Die BVB-Maßnahme bei der KEB bietet die Möglichkeit, sich in folgenden Berufsfeldern zu erproben: Wirtschaft und Verwaltung, Lager und Handel, Farbe und Raumgestaltung, Metall und Elektro, Friseur und Kosmetik, Hotel- und Gaststättengewerbe. Ein Team von Sozialpädagogen, Bildungsbegleitern, Anleitern und Lehrern betreut die jungen Leute an fünf Tagen in der Woche für etwa ein Jahr (mit 2,5 Tagen Urlaub pro Monat).

Die Bundesagentur für Arbeit finanziert die Maßnahme. Es besteht sogar Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe oder Ausbildungsgeld, auch Fahrtkosten werden übernommen. Neben berufsspezifischen Kenntnissen werden Verhaltensweisen geübt, auch in Konflikten und gegenüber dem anderen Geschlecht und fremden Kulturen, außerdem Teamfähigkeit, Umweltbewusstsein, Pünktlichkeit, Allgemeinbildung, Deutsch, Mathematik und Medienkompetenz. Unter bestimmten Umständen können externe Hauptschulabschluss-Prüfungen absolviert werden.

Individuell zugeschnitten beträgt die Förderdauer neun, zehn oder zwölf Monate. „Es kommt auch vor, dass jemand einen Ausbildungsplatz findet, bevor die Maßnahme beendet ist“, berichtet die Bildungsbegleiterin Jennifer Wilhelm. Yasmin König bestätigt, dass sie bereits als BVB-Teilnehmerin Bewerbungen geschrieben habe.

Kym Keller, 22, hat an der Integrierten Gesamtschule in Dillingen Fachabitur gemacht, danach viele Bewerbungen geschrieben. „Ich konnte mich nicht entscheiden“, erzählt er. „Beim Arbeitsamt in Saarlouis bin ich auf die KEB aufmerksam gemacht worden, das hat mir sehr geholfen. In der BVB habe ich gelernt, wie man richtig mit Word und Excel umgeht und jede Menge Hilfe beim Schreiben von Bewerbungen bekommen. Die festen Zeiten von 7.30 bis 16.30 Uhr haben mir auch geholfen, mich in den Arbeitsalltag einzugewöhnen.“

Aus der BVB-Maßnahme heraus hat Kym Keller eine Praktikantenstelle im Sekretariat der KEB bekommen, die als Einstiegsqualifizierung anerkannt werden und die Lehrzeit als Bürokaufmann verkürzen kann. „Das gefällt mir gut. Dazu gehört, mit den Menschen zu sprechen. Ich finde es gut, dass ich Verantwortung übernehmen kann und einen genau geregelten Tagesablauf habe, das brauche ich.“

Zurzeit absolvieren 60 junge Frauen und Männer die BVB-Maßnahme bei der KEB in Dillingen. Es sind noch Plätze in den verschiedenen Gewerken frei, Interessenten können einsteigen.

Die Erfolgsquote ist beachtlich. In den BVB-Maßnahmen des Jahrgangs 2018/19 haben insgesamt 91 Jugendliche und junge Erwachsene eine berufliche Perspektive bekommen: 56 sind in Ausbildung, Drei haben ein Studium begonnen, zwei absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr, neun haben eine Arbeitsstelle gefunden, elf besuchen eine weiterführende Schule, zehn haben eine Einstiegsqualifizierung begonnen.

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