Handball-Oberliga – RPS Diefflen erwartet Illtal zum Derby

Handball : Ist bei Diefflen der Knoten endlich geplatzt?

Nach dem ersten Sieg in der Handball-Oberliga will das Schlusslicht auch gegen Vizemeister Illtal punkten.

Rumms! Was viele für einen Erdrutsch in den umliegenden pfälzischen Weinbergen hielten, war nur der Felsbrocken, der Thomas Schlink am vergangenen Samstag in der Sporthalle Dirmstein vom Herzen gefallen war. Sichtlich erleichtert und leicht ungläubig starrte der Trainer des HC Dillingen-Diefflen nach dem Abpfiff auf die Anzeigetafel – aber das Ergebnis stimmte. Mit 34:31 (14:14) hatte das Schlusslicht beim Tabellen-Vorletzten HSG Eckbachtal gewonnen – und in der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar nach acht Niederlagen in Folge die ersten Punkte geholt. Balsam für die geschundenen saarländischen Seelen – und der optimale Zeitpunkt vor dem mit Spannung erwarteten Heimspiel gegen die HF Illtal am kommenden Samstag um 19.30 Uhr in der Sporthalle Diefflen.

Folglich war Diefflens Teamchef nach dem kampfbetonten Kellerduell auch spürbar erleichtert. „Wir waren in den vergangenen Wochen oft nahe dran und haben doch verloren. Dieser Sieg war wichtig für die Nerven – und es war höchste Zeit“, schnaubte Schlink tief durch.

Vor allem einer seiner Spieler hatte an diesem Abend Nerven wie Drahtseile: Felix Faller verwandelte alle acht Strafwürfe und traf sieben Mal aus dem Feld. Vor allem am Anfang hielt er sein Team damit im Spiel. Nach einer Viertelstunde lag Diefflen mit 5:8 hinten. Die fünf ersten Treffer sowie das spätere Tor zum 14:14-Pausenstand gingen auf das Konto des pfeilschnellen Außenspielers.

Nach dem Seitenwechsel übernahm Diefflen dann die Regie und lag fast immer vorn. Als Faller fünf Minuten vor Schluss per Siebenmeter zum 32:27 traf, war die Vorentscheidung gefallen. Und diesmal machte der Liga-Neuling den Sack in der Schlussphase auch zu. „Wir hatten heute einfach die besseren Antworten parat. Das war eine starke Vorstellung meiner Mannschaft“, schwärmte Schlink und ergänzte: „Es war zwar nur ein Sieg, aber ich glaube, nun sind wir endlich in der Liga angekommen.“ Lange jubeln darf seine Mannschaft nicht. Sie muss schleunigst Punkte nachlegen, doch das wird schwer.

Obwohl der kommende Gegner bei Tabellenführer SV Zweibrücken gerade eine derbe 17:35-Klatsche kassiert hat, ist der von Marcus Simowski trainierte Vizemeister im Derby am Samstag Favorit. Sei‘s drum. „Wir werden weiter hart an uns arbeiten und versuchen, als Aufsteiger in der Oberliga zu bestehen“, verspricht Schlink dem Tabellenfünften am Samstag viel Gegenwehr. „Da schaut eine Top-Mannschaft vorbei, aber vor unseren Fans wird sie es sehr schwer haben, uns zu schlagen“, prophezeit der Dieffler Trainer und peilt beim wilden Galopp-Rennen gegen die Zebras die ersten Heimpunkte an. Der nächste Felsbrocken wackelt schon.

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