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Idyllisch, manchmal auch schwierig

Idyllisch, manchmal auch schwierig

Mobilität im ländlichen Raum war das Thema einer Podiumsdiskussion in Gerlfangen. Schnelle Lösungen brachte die nicht. Den Bürgern müsse zunächst bewusst werden, dass im Alter das Auto oft keine Option mehr sei.

Die Idylle trügt. Denn viele Dörfer sind zu reinen Wohnorten geworden, wo man ohne Auto oder gute Busverbindung schnell festsitzt. Gerade für ältere Menschen werden die Wege zu Geschäften, Kulturstätten und Arztpraxen zur Herausforderung. Die Mobilität im ländlichen Raum war deshalb Thema einer Podiumsdiskussion in der Nordgauhalle Gerlfangen. Dazu hatten das Wirtschafts- und das Umweltministerium eingeladen. Für die rund 55 Zuhörer, überwiegend aus den Verwaltungen, gab es jedoch wenig Neues, erst recht keine kurzfristigen Lösungen.

Nicht nur auf dem Lande gebe es eine Unterversorgung mit Geschäften, schilderte Diplom-Ingenieur Christian Muschwitz. So musste Köln in 26 seiner Stadtteile einen wöchentlichen, rollenden Supermarkt beantragen. Denn kleinere Geschäfte seien durch Discounter und Supermärkte in die Knie gegangen. Gerade Ältere seien dann häufig auf den Bus angewiesen.

"Aber der ist auf der Schülerbeförderung aufgebaut", betonte Muschwitz, "und die Schülerzahlen sinken." Deshalb sollten Busse wie in Skandinavien für unterschiedlichste Arten der Beförderung genutzt werden. Beispielsweise als Postbus oder für Materialtransporte. Damit erreiche man eine tragfähigere Finanzierung.

Die nachfolgende Podiumsdiskussion wiederholte überwiegend die altbekannten Probleme. Einen wichtigen Aspekt stellte Jürgen Barke, Staatssekretär des Verkehrsministeriums, heraus: Das Bewusstsein der Bürger müsse sich ändern. Nur unter dieser Voraussetzung könnten die Bedingungen im ländlichen Raum verbessert werden, um auch im Alter noch gute Lebensbedingungen zu haben.