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Delegiertenversammlung IG Metall Völklingen setzt Auf neuansiedlung sVolt, Ford

Delegiertenversammlung online : IG Metall Völklingen setzt auf Impulse für die Zukunft

Die IG Metall Völklingen setzt auch weiterhin auf den Erhalt guter Industriearbeitsplätze, aber auch auf Neuansiedlungen, wie im Industriegebiet Lisdorfer Berg oder beim Batteriehersteller SVolt.

In seinem Geschäftsbericht an die rund 130 Delegierten der Delegiertenversammlung der IG Metall Völklingen, die teilweise in Präsens in Kirkel und teilweise online zugeschaltet stattfand, gab Lars Desgranges, 1. Bevollmächtigter der Geschäftsstelle Völklingen, einen Überblick über das Tarifhalbjahr 2021. Tarifverhandlungen, verbunden mit guten Ergebnissen, bestehend aus Entgeltstabilisierung und Beschäftigungssicherung, konnten sowohl in der Metall- und Elektroindustrie als auch in der Stahlindustrie erreicht werden. Zudem erreichte die Gewerkschaft Abschlüsse in der Textil- und Bekleidungsindustrie sowie bei Firmentarifverhandlungen bei Nemak in Dillingen, bei Lakal in Lisdorf und bei Homanit in Losheim.

Selbstläufer gab es jedoch keine und so mussten sich rund 9000 IG Metaller aus dem Organisationsgebiet der Geschäftsstelle Völklingen aus den unterschiedlichsten Branchen an den Tarifaktionen und den Corona-konformen Warnstreikformen beteiligen, um durch diesen Druck entscheidend zu einer Lösung beizutragen. Bundesweit zählte die Gewerkschaft mehr als eine Million Warnstreikende. „Auch in schwierigen Zeiten sind wir handlungsfähig, aktionsfähig und auch streikfähig, wenn man uns dazu zwingt. Es ist immer gut zu wissen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen auch da sind, wenn man sie für eine Tariflösung dringend braucht. Eine solche Mobilisierung zu Pandemiezeiten setzt immer starke Vertrauensleute und Funktionäre im Betrieb voraus. Das ist bei uns definitiv der Fall!“, erklärte Desgranges.

Neben den Tariffragen und Abschlüssen ging es zudem auch um Zukunftsimpulse für die saarländische Industriekultur. „Es muss uns gelingen, unseren Planeten auf die grüne Spur zu bringen, ohne dass am Ende unsere Arbeitsplätze verloren gehen. Das muss neben dem Umweltschutz die oberste Priorität haben“, erklärte Desgranges. Hierfür werde jedoch deutlich mehr Unterstützung von der Politik benötigt. Denn wenn man im laufenden Spiel die Spielregeln ändert, wie das in der aktuellen Klimaschutzgesetzgebung geschehen ist, sei es nur fair, wenn man dann auch die notwendige Unterstützung für die Einhaltung dieser neuen Spielregeln erhält.

Die IG Metall kämpft nach wie vor an allen Fronten, um Arbeitsplätze im Bereich der Automobil- und Stahlindustrie, aber auch bei Automobilzulieferern zu erhalten. Das sei aber oftmals ein schmaler Grat. Beispielsweise ist es dem Ford-Betriebsrat gelungen, ausgelagerte Fertigungen wieder ins Unternehmen hinein zu holen. Das bekam allerdings der Zulieferer ISL AssemblySolutions im Industriepark zu spüren, der nach dem Verlust des Ford-Auftrages den Betrieb einstellen musste. Der ISL-Betriebsrat konnte mit Unterstützung der IG Metall noch einen Sozialplan aushandeln und somit den Gang in die Arbeitslosigkeit bei der Belegschaft zumindest aufschieben. Aber hier brauche es gesetzlich bessere Absicherungen, wenn Betriebe im Rahmen der Transformation Arbeitsplätze abbauen müssen. „Jetzt werde man mit Unterstützung der IG Metall-Betriebsräte und des Wirtschaftsministeriums versuchen, neue Perspektiven für die Beschäftigten der ISL zu finden“, sagte Ralf Cavelius, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen.

 Lars Desgranges, erster Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen
Lars Desgranges, erster Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen Foto: Sarah Urbanczyk

Neben dem Erhalt guter Industriearbeitsplätze setzt die IG Metall auch weiterhin auf Neuansiedlungen, wie im Industriegebiet Lisdorfer Berg oder beim Batteriehersteller SVolt. In diesem Zusammenhang machten Desgranges und Cavelius auf die neue Kampagne der Arbeitskammer des Saarlandes und der IG Metall „Das gute Morgen“ aufmerksam. Diese soll den Saarländern zeigen, dass gute und mitbestimmte Industriearbeit auch morgen noch im Saarland gebraucht werde. „Wir brauchen Zukunftsperspektiven, auch für unsere Jugend. Deswegen müssen wir auch hier im Saarland mit auf den Zug der E-Mobilität aufspringen“, erklärte Desgranges. Dies gelte für die Neuansiedlung von SVolt genauso wie für ein neues Fahrzeug ab 2025 bei den Saarlouiser Ford-Werken.