Biosphäre feiert Rekordfest

Das zehnte Biosphärenfest hat gezeigt, dass die Idee des Reservates in den Köpfen der Menschen angekommen ist. Am Sonntag erlebte das Fest am Würzbacher Weiher einen Ansturm. Mit dabei: Wahlkämpfer und Weltmeister.

. Die Mühe der Veranstalter wurde belohnt: Obwohl die Prognosen eher bescheiden waren, war das Wetter beim Biosphärenfest "eigentlich optimal", wie Pia Schramm vom Biosphären-Zweckverband mit Blick zum Himmel feststellte. Nicht so heiß wie im Jahr 2012, und auch der vorausgesagte Regen blieb über den Nachmittag hinweg aus. Entsprechend war die Resonanz: Die Besucher strömten in Scharen, Niederwürzbach befand sich im Ausnahmezustand. Bereits zur Mittagszeit gab es Engpässe in den Zufahrtsstraßen, aber es hielt sich alles im Rahmen.

Wenn es vor einem Jahr beim Biosphärenfest etwa 10 000 Besucher waren, so schätzte man in diesem Jahr etwa 15 000 Gäste rund um den Würzbacher Weiher. "Wir haben einen Teilnehmerrekord", wie Zweckverbandsvorsteher Jürgen Strichertz zufrieden feststellte. Dies sei auch ein Verdienst der unermüdlichen Arbeit des Niederwürzbacher Ortsvorstehers Michael Wons, der zudem für eine rege Teilnahme der Würzbacher Ortsvereine geworben hatte.

So hatten sich am Ende knapp 100 Teilnehmer mit ihren Ständen vom Annahof über den Mühlendamm bis zur Fischerhütte aufgereiht. Und von der Naturwacht Saar über das saarländische Umweltministerium, vom Backhaus Olk bis zur Bäckerei Haus Sonne, von den Umweltverbänden bis zum Imkerverein - das Biosphärenfest ist mehr denn je ein Jahrmarkt der Möglichkeiten.

Man konnte sehen, schmecken, fühlen und riechen, was die Region zu bieten hat. Das vielfältige Angebot reichte von Backwaren bis zu Bio-Bier, von Lamm-Rostwürsten bis hin zu Schnäpsen und Likören, um nur einen kleinen Ausschnitt aufzuzählen.

Eröffnet wurde das Fest mit einem ökumenischen Gottesdienst, und schon dabei wurden weit mehr als 500 Besucher gezählt. Dann wurde das Fest von den lokalen Politikern eröffnet, wobei in Zeiten des Wahlkampfes das gesamte Spektrum der politischen Prominenz vertreten war. Ortsvorsteher Michael Wons begrüßte eine lange Liste von Gästen, die dann noch von Landrat Clemens Lindemann und Blieskastels Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener ergänzt wurde. Besonders begrüßt wurden eine polnische Abordnung aus dem Landkreis Przecmysl mit ihrem Landrat Jan Paczek an der Spitze. Sie hatten auch eine Trachtengruppe mitgebracht, die sogar zusammen mit der Trachtengruppe Lautzkirchen einen Tanz aufführte. Verbandschef Strichertz stellte in seiner Begrüßungsrede heraus, dass man der Region das Prädikat "Biosphäre zunächst mehr oder weniger übergestülpt" habe.

Aber inzwischen, so bekräftigte Strichertz, werde die Biosphäre "gelebt" und die Menschen seien stolz auf das Prädikat. Staatssekretär Roland Krämer, der in Vertretung für Umweltministerin Rehlinger zur Eröffnung gekommen war, stellte in seiner Begrüßungsrede den Gedanken der Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Und nach der herzlichen Begrüßung durch Annelie Faber-Wegener und Landrat Clemens Lindemann schritt Schirmherr Christian Schwarzer, ehemaliger Handball-Weltmeister, zur Tat: Aber nicht ein Fass Bier wurde angestochen, sondern wie es sich für die Biosphäre gehört, ein Kanister Bliesgau-Apfelsaft geöffnet. Aber so ganz ohne Brauerei kam man dann doch nicht aus. Immerhin: Der Apfelsaft wurde aus Bierkrügen getrunken. Beim Rundgang bot sich den Besuchern ein überaus farbenfrohes Bild. Als tolle Kulisse ragte besonders der Weiher heraus, der sich zum Biosphärenfest in ein Wassersportparadies verwandelt hatte. Segel- und Motorboote, eine Fähre und ein Floß fuhren über den Weiher.