Halbzeit bei den Köhlertagen

Am Wochenende war Halbzeit bei den zweiwöchigen Walhauser Köhlertagen. 130 Ehemalige feierten ein Wiedersehen im Festzelt, über 3000 Besucher wurden am Markttag gezählt.

Es war kein leichter Gang für Helmut Thieme, den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Walhauser Vereine (AWV), als er am Samstag die Bühne im Festzelt betrat und das Opern-Air-Konzert mit der Band Herz Ass witterungsbedingt absagen musste. "Bei dem Wetter ist ein Open-Air-Konzert nicht sinnvoll", so Thieme. Doch er hatte noch ein anderes Ass im Ärmel. Ein Telefonat und die Tanzband Sound 75 war für ein Abendkonzert im Zelt verpflichtet.

Am Nachmittag waren dort 130 ehemalige Bürger aus Walhausen eingetroffen. Initiator des Wiedersehensfestes war Lothar Simon. "Rund 300 Leute haben wir ausfindig gemacht und angeschrieben oder mit ihnen telefoniert", berichtete Simon. Christel Westoby war sogar aus Zypern angereist und der frühere Schullehrer Theo Seiwerth war mit von der Partie. Simon erzählte ihnen sinnige und unsinnige Anekdoten aus dem Köhlerdorf. Den sonntäglichen ökumenischen Gottesdienst zelebrierten der evangelische Pfarrer Jörg Grates und der katholische Pastor Hanno Schmitt. Kirchenmann Schmitt verglich in seiner Predigt die gesellschaftliche Ausgrenzung der früheren Köhler mit der von Ausländern und Menschen mit Migrationshintergrund in der heutigen Zeit.

Über 30 Gruppen, Händler und Aussteller hatten ihre Stände beim Bauernmarkt aufgebaut. "Teilweise waren rund 3000 Leute auf dem gesamten Gelände", informierte AWV-Pressesprecher Dietmar Böhmer. Die Walhauser Landfrauen hatten sich eine gemütliche Bauernstube eingerichtet, davor kochten sie Laddwersch. Der Schulbauernhof der Waldorfschule bot Gemüse an, der Imkerverein Region Bostalsee Honigprodukte. Mit dabei auch das mobile Museum vom Freundeskreis keltischer Ringwall, eine Gruppe von Besenbindern und das alte Schmiedehandwerk wurde gezeigt. Am Stand von Petra Kilian gab es die aus Heu gefertigten Köhler-Maskottchen namens Willi, eine Kindergruppe gestaltete die Meilerkatze Paul. Von einem einstündigen Dauerregen wurde das Markttreiben für eine gute Stunde gestört.

koehlertage.de