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Maas regt eine "Straße des Bergbaus" an

 Historische Architektur und "junger" Förderturm (1990) in Göttelborn. Foto: vi/SZ
Historische Architektur und "junger" Förderturm (1990) in Göttelborn. Foto: vi/SZ
Saarbrücken. Rund 90 touristische Themen-Straßen gibt es in Deutschland, schätzt die Leiterin der hiesigen Tourismuszentrale, Birgit Grauvogel: von der Straße der Braunkohle über die Moselschieferstraße bis hin zur Eisenstraße im Sauerland. Auch im Saarland wurden bereits die Barock- und die Viezstraße, die Eichenlaub-Straße und die "Straße des Feuers" ausgewiesen

Saarbrücken. Rund 90 touristische Themen-Straßen gibt es in Deutschland, schätzt die Leiterin der hiesigen Tourismuszentrale, Birgit Grauvogel: von der Straße der Braunkohle über die Moselschieferstraße bis hin zur Eisenstraße im Sauerland. Auch im Saarland wurden bereits die Barock- und die Viezstraße, die Eichenlaub-Straße und die "Straße des Feuers" ausgewiesen. Einen Alleinstellungs-Wert wird die zukünftige Bergbaustraße also nicht haben können. Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) hat sie anlässlich der Feiern zum Barbaratag angeregt.Die Bergbaustraße soll nicht nur Industriedenkmäler miteinander verknüpfen, sondern Halden und Wanderwege miteinbeziehen. "Technik und Architektur werden ebenso einfließen wie Landschaftsgeschichte und Aspekte der Kunst im Bergbau", so Maas. Seiner Idee steht Grauvogel positiv gegenüber. Sie hält den Namen nicht nur für ein Etikett mehr im Autobahn-Schilderwald, sondern für ein "hilfreiches Instrument, um bei Bürgern oder Gästen zusätzliche Neugier zu wecken". Allerdings müssten die Orte auf der Straße durch Veranstaltungen belebt werden, etwa durch Führungen mit Zeitzeugen. "Die Straßen sind immer nur so lebendig wie die Orte, die sie verknüpfen", so Grauvogel gegenüber der SZ. Programmatisch sei es wichtig, auch die Gegenwart, etwa Stahl-Standorte, miteinzubeziehen und unkonventionelle Themen zu finden. Man könne "Sport und Bergbau" beleuchten oder einen "Weg der Hartfüßler" ausschildern.


Wo dies passieren wird, könnte jedoch zum Politikum werden. Denn welche Kommunen auf der Bergbaustraße erscheinen, hängt von einem Gutachten ab, das Nutzungs-Optionen und -Restriktionen für die Gruben-Brachen und eine Art Denkmal-Ranking festlegt. Diese Evaluierung wurde von der Vorgänger-Regierung in Auftrag gegeben und wird nach Aussage eines Sprechers des Maas-Ministeriums derzeit ausgewertet. Erst im Frühjahr/Sommer rechnet man mit einem Ergebnis. Letzteres liefert erst die Basis für die Bergbaustraße. Jedoch hat Maas bereits jetzt einige wenige Orte verraten, die seiner Meinung nach auf die Bergbau-Route gehören: Petite-Rosselle ("La Mine"), Reden und Göttelborn, der Rechtsschutzsaal in Bildstock und das Haldenplateau in Ensdorf. ce