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Saarland will nur vier Gruben bewahren

Saarbrücken. 14 Monate nach Auslaufen des Bergbaus im Saarland zeichnet sich ab, was von ihm erhalten bleibt. Das Land wird wohl nur vier Standorte als Denkmale fördern. Das empfiehlt nach SZ-Informationen ein Gutachten. Von SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus

Im Saarland sollen nur vier ehemalige Gruben-Standorte "denkmalgerecht" erhalten werden: Velsen, Luisenthal, Camphausen und Itzenplitz. Dies empfiehlt das Gutachten, das die Landesregierung und die RAG AG zur Bewertung saarländischer Bergbau-Denkmäler in Auftrag gegeben hat. Wie die SZ aus sicherer Quelle erfuhr, sollen nur diese vier von den Gutachtern als "Premiumstandorte" ausgewählten früheren Gruben mit Sondermitteln aus dem Landeshaushalt beispielhaft entwickelt werden. Voraussichtlich wird heute der Ministerrat über diese Zukunftsstrategie für die Saar-Bergbau-Denkmäler entscheiden. Die vier Vorzugs-Objekte sind zur Zeit noch im Besitz der RAG AG und werden in den nächsten Jahren aus der Bergaufsicht entlassen.

Die vier Objekte stehen nach dem Gutachten unter den Leitmarken Energie (Luisenthal), Grenze (Velsen), Arbeit (Camphausen) und Landschaft (Itzenplitz). Wie viel Geld die Landesregierung in sie investieren will, steht noch nicht fest. Das Gutachten geht von einer Erst-Sicherungs-Summe von rund 2,2 Millionen Euro für alle Standorte aus.

Insgesamt wurden 14 Denkmäler in RAG-Besitz bewertet. Damit ist die Zukunft von zehn Bergbau-Denkmälern - mehrheitlich Fördergerüste und Fördertürme - offen. Sie könnten abgerissen werden.

Wie die SZ weiter erfuhr, wird Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) eine "Initiative Saarländische Bergbaustraße" (ISB) ins Leben rufen. Den Vorsitz des Beirates übernimmt der Ex- Ministerpräsident Reinhard Klimmt (SPD). Die Bergbaustraße soll die Geschichte des Saar-Bergbaus zeigen und eine Dachmarke erhalten. >