Region rutscht ins Schnee-Chaos

Uwe Heckmann, Chef des Räumdienstes bei der Stadt Völklingen, ging es am Mittwochmorgen nicht besser als allen anderen. Er hatte keine Wetterwarnung erhalten und musste schnell reagieren.

Das Schneetreiben, das vom Köllertal her heranzog, überraschte gestern Morgen viele Menschen auf dem Weg zur Arbeit und zur Schule. So auch Stefan Schneider, Pressesprecher der Polizeiinspektion Völklingen . Er startete von Riegelsberg aus im Schnee, erlebte dann auf der Umgehungsstraße bei Püttlingen, wie bereits Autos mit Heckantrieb am Berg hängen blieben, während beim Kreisel bei Toyota an der Landstraße vor Völklingen gerade erst "die ersten Schneeflocken" fielen. Und ein Kollege Schneiders sah bei seinem Start gegen 6.30 Uhr in Ludweiler auch noch keine Spur von Schnee.

Höhenlagen ohne Busse

Etwas später saßen dann die Schulkinder in ihren Bussen - zum Beispiel in der Linie 890. Wie Uwe Becker, Teamleiter bei den Völklinger Verkehrsbetrieben (VVB), berichtet, blieb dieser Bus rund zwei Stunden an der Haltestelle Jahnstraße in Luisenthal stecken, weil die Alleestraße unbefahrbar war. Die Kinder gingen zu Fuß nach Hause oder wurden von den Eltern abgeholt. Die Gesamtlage bei den VVB war so, dass "von sieben Uhr bis 9.30 Uhr in allen Höhenlagen praktisch nichts mehr lief", sagt Uwe Becker.

Ab zehn Uhr fuhren dann die Busse wieder nahezu plangemäß, während bei der Polizeiinspektion Völklingen Meldungen von glättebedingten Unfällen mit mehr oder minder großem Blechschaden einliefen. So prallten gegen 7.40 auf der Heinestraße in Nähe des Kreisverkehrs zwei Autos aufeinander. Gegen zehn Uhr gab es einen Auffahrunfall auf der Gerhardstraße in Richtung Heidstock. Und gegen 11.30 Uhr kam auf der Stichstraße von der Stadionstraße in Richtung Heinestraße ein Autotransporter ins Rutschen und schob drei geparkte Autos zusammen.

Während der Schnee auf Völklingen zutrieb, eröffnete die Stadtverwaltung in der Kulturhalle Wehrden eine bereits seit längerem geplante Personalversammlung. An sich waren auch die Männer vom Räum- und Streudienst eingeladen, doch ihr Chef Uwe Heckmann hatte sie gegen 7.30 Uhr, als das Schneetreiben anfing, per Rufbereitschaft alarmiert. Sie starteten mit fünf Autos und zehn Handreinigern und hatten gegen zehn Uhr, wie Heckmann berichtet, zumindest die Hauptstraßen und Buslinien weitgehend freigeräumt. Anwohner auf dem Sonnenhügel mussten derweil warten. Hier berichtet ein Leser von einem Fall, in dem ein Notarzt nur zu Fuß zu einem Patienten kam. Betriebsleiter Heckmann erhält täglich eine offizielle Wettervorhersage. Aber auch da, sagt Heckmann, habe "nix von Schnee dringestanden".

Die Völklinger Schulen melden, trotz der Probleme im Verkehr, kaum besondere Vorkommnisse. Hier und da seien Schüler zu spät zum Unterricht gekommen, in der Grundschule Ludweiler beispielsweise haben im Schnitt aber nur ein bis zwei Kinder pro Klasse gefehlt - obwohl morgens der Schulbus nicht gekommen sei. Beim Albert-Einstein-Gymnasium waren es eher die Lehrer, die vom Schnee ausgebremst wurden - gerade die, die aus dem St. Wendeler Raum angefahren kommen. Auch das Personal der Gemeinschaftsschule am Sonnenhügel hat "schon wesentlich Schlimmeres erlebt".

Freie Straßen in Rosseln

Bürger wie hier Margarete Louis gingen schnell ans Schneeräumen. Foto: Jenal Foto: Jenal

In Großrosseln schuf der Schnee ebenfalls kein ernsthaftes Problem. Obwohl auch dort niemand vorgewarnt war. Hauptamtsleiter Axel Weiter berichtete, dass er um 6.30 Uhr noch bei Regen ins Büro kam. Als eine Stunde später Flocken fielen, "war der Winterdienst längst ausgerückt", sagte er mittags. "Und jetzt sind alle Straßen frei."