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Einer von zwei Bewerbern im Saarland
Völklinger bewerben sich um den Kita-Preis

Auch im Interkulturellen Kompetenzzentrum der Arbeitskammer in Völklingen wird Schülerhilfe angeboten.
Auch im Interkulturellen Kompetenzzentrum der Arbeitskammer in Völklingen wird Schülerhilfe angeboten. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Das Netzwerk Bildung und Lernen in Völklingen liegt aussichtsreich im Rennen um den mit 25 000 Euro dotierten Deutschen Kita-Preis. Von Thomas Annen

Insgesamt 1600 Kitas und Initiativen haben sich für den Deutschen-Kita-Preis 2019 beworben. Aktuell sind noch 25 Kindertagesstätten und 15 lokale Bündnisse im Rennen. Auch ein Bewerber aus Völklingen hat die erste Hürde übersprungen: das Netzwerk Bildung und Lernen.


In ihm arbeiten viele Kooperationspartner zusammen, von der Stadt Völklingen über Kindergärten bis zum Jugendamt des Regionalverbandes Saarbrücken. Ziel ist es, die Akteure zu vernetzen und die Bildungs- und Beratungsangebote in der Stadt für alle Familien mit Kindern transparent und zugänglich zu machen. Mit dem Familienwegweiser, der derzeit von einer Arbeitsgruppe konzipiert wird, konnte das Netzwerk bei der Jury punkten.

Die städtische Fachdienstleiterin Claudia Schuh, Alexandra Gstöttner vom Kinderhaus und der Gemeinwesenarbeit Völklingen sowie Susanne Filenius, die Leiterin der Kita St. Eligius, koordinieren das Projekt. Im Gespräch mit unserer Zeitung erläutern sie die Initiative: In dem Familienwegweiser stellen sich Kindergärten, Vereine und Beratungsstellen kurz vor. Die Völklinger Grundschulen werden natürlich ebenfalls aufgenommen. Die Eltern erfahren, wie dort die Nachmittagsbetreuung organisiert ist, wo es Schulsozialarbeit gibt und was bei der Schulbuchausleihe zu beachten ist.



Der Wegweiser soll auch ergänzende Checklisten enthalten, erklärt Claudia Schuh. So wissen die Eltern vor der Einschulung, welche Termine einzuhalten sind und welche Unterlagen bei der Anmeldung benötigt werden.

Wer einen Ansprechpartner für die Kinderbetreuung in den Randzeiten sucht, wird ebenfalls fündig. „Zielgruppe sind Familien mit Kindern bis zehn Jahre“, erläutert Alexandra Gstöttner. Dabei verlassen sich die Macher nicht nur auf ihre eigenen Erfahrungen. Auch die Eltern wurden gefragt, welche Informationen für sie wichtig sind. Die Angebote sollen nicht nur in einer Broschüre erscheinen, sondern später auch digital über eine App abrufbar sein. Wie schnell der Familienwegweiser fertig wird, hängt auch von den Finanzen ab. Der Druck der Broschüre und die Entwicklung des Internetauftritts kosten Geld. Da käme ein stattliches Preisgeld gerade recht.

Das Völklinger Netzwerk hofft, dass es sich gegen die noch verbliebenen 14 Konkurrenten durchsetzt. Am 20. November stehen Schuh, Gstöttner und Filenius in einem Telefoninterview Rede und Antwort. Die zehn Bewerber, die diese Hürde überspringen, werden abschließend von Fachleuten vor Ort besucht.

Im Mai 2019 werden dann fünf Kindertagesstätten und fünf lokale Bündnisse mit dem Deutschen Kita-Preis ausgezeichnet. Die Erstplatzierten in beiden Kategorien erhalten je 25 000 Euro. Außerdem werden je vier Zweitplatzierte gekürt, sie dürfen sich über jeweils 10 000 Euro freuen.