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Auftrieb für Hotel- und Gastronomiegewerbe
Kultur bringt Völklingen Konjunktur

Meinrad Maria Grewenig an einer historischen Maschine in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.
Meinrad Maria Grewenig an einer historischen Maschine in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist nicht nur selbst eine Touristenattraktion. Von den über 100 000 Besucher pro Jahr kann auch das nähere Umfeld profitieren.

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte – nach eigenem Slogan „einer der spannendsten Orte der Welt“ – wurde 2016 mit dem „Völklinger Leuchtturm“ des Wirtschaftskreises Völklingen ausgezeichnet, da es zu den Unternehmen gehört, die sich besonders um die Stadt verdient gemacht haben. Inwieweit das Weltkulturerbe als Impulsgeber für die Völklinger Wirtschaft funktioniert und damit die Auszeichnung verdient hat, hat uns Generaldirektor Meinrad Maria Grewenig erklärt: „Wir bringen jährlich mehr als 100 000 Menschen ins Saarland. Das macht Studien zufolge einen Zuwachs bei der Kaufkraft in einer Größenordnung von 20 bis 25 Millionen“, so Grewenig.


Man habe bereits versucht, zu ermitteln, inwieweit die Besucherinnen und Besucher die umliegende Gastronomie, das Hotelgewerbe und auch Campingplätze positiv beeinflussen, doch das sei nahezu unmöglich. „Etwa 3000 Besuchergruppen kommen pro Jahr. Dreiviertel davon sind keine Schülergruppen, sechzig Prozent kommen mit dem Bus. Natürlich müssen diese Besucher irgendwo essen.“

In Anbetracht der Tatsache, dass die Gastronomie des Weltkulturerbes Völklinger Hütte Kapazität habe, zwei bis drei Busse zu versorgen, rechnet er mit einer Umsatzsteigerung bei zehn bis fünfzehn Gastronomen in der Umgebung. „Ich sehe uns als wichtigen Impulsgeber für die Stadt Völklingen. Doch ich würde mir wünschen, dass die Attraktivität der Stadt für die Besucherinnen und Besucher weiter gesteigert wird.“ Dabei denke der Generaldirektor an Kirchen, Jugendstilhäuser und auch ans Rathaus. „Bei solch attraktiven Orten muss beispielsweise mit geregelten Öffnungszeiten für mehr Attraktivität gesorgt werden“, überlegt Meinrad Maria Grewenig.



Auch als Arbeitgeber ist das Weltkulturerbe ein wichtiger Pluspunkt für die Völklinger Wirtschaft. 32 Angestellte arbeiten im Kernteam, zwischen 50 und 60 sind fest angestellte Besucherbegleiter und 300 Menschen arbeiten zudem in beauftragten Unternehmen, wie Bewachung und Sicherheit, für die Völklinger Hütte. Dabei sei man immer bestrebt, die besten Leute zu finden.

Dass das Völklinger Weltkultuerbe als „einer der spannendsten Orte der Welt“ beworben wird, bestätigen Bewertungszahlen: „Im Internet haben wir 100 Prozent Weiterempfehlung, bei holidaycheck. 5,7 von sechs Bewertungspunkten. Bei Tripadvisor haben wir zum vierten Mal in Folge den Exzellenz-Award erhalten. Den bekommt man für konstant herausragende Bewertungen von Reisenden. In meinen Augen geht das nicht besser.“ Nicht nur unter Saarländern verbinde man die Hütte mit dem Saarland. „Bei überregionalen Befragungen kennen die Menschen die Völklinger Hütte und verbinden sie mit dem Saarland. Außerdem gibt es aktuell einen Bericht in dem Hamburger Magazin ‚Closer‘, in dem es ein Ranking der hundert schönsten Orte in den einzelnen Bundesländern gibt. Im Saarland liegt die Hütte auf Platz eins, die Saarschleife auf Platz zwei.“

Nachdem die Völklinger Alte Hütte mittlerweile zu neunzig Prozent saniert sei, ginge es nun langsam daran zu überlegen, wie die Zeit danach organisiert wird und welche Projekte als nächstes anstehen. Da lässt sich Grewenig aber noch nicht in die Karten schauen. Aus der Vergangenheit kann man aber sicher sein, dass sich die Alte Hütte nicht auf ihrem Unesco-Welterbe-Status ausruhen wird.

Mit dem Völklinger Leuchtturm vergibt der Wirtschaftskreis seit 2015 eine Auszeichnung an Unternehmer und Unternehmen, die sich besonders um die Stadt verdient gemacht haben. Wir erläutern, warum sie den Preis erhielten und fragen nach, wie sich ihre Unternehmen und Projekte entwickelt haben.