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Mal gratis Weltkultur genießen

Völklingen. Die Völklinger haben ein Weltkulturerbe vor der Haustür. Und noch besser: jeden Dienstagnachmittag ab 15 Uhr gilt: Freier Eintritt für alle! Man muss allerdings – speziell bei Buddha – mit starkem Andrang rechnen. Thomas Annen

Die Buddha-Ausstellung im Völklinger Weltkulturerbe zieht zur Zeit viele Besucher aus nah und fern in die Hüttenstadt. Während unserer Stippvisite mischen sich in der Gebläsehalle unterschiedlichste Sprachen. Deutsch und Französisch sind ebenso zu hören wie Englisch. Für die Schau haben Sammler ihre Schatzkammern geöffnet. 232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2000 Jahren werden präsentiert. Die Exponate stammen unter anderem aus Indien, Thailand, Kambodscha, Indonesien, China, Japan und Tibet.


Nicht nur die beeindruckenden Statuen ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. "Das sind auch Meisterwerke", sagt ein Besucher, während er andächtig über eine der riesigen Maschinen streichelt.

Manche Ausstellungsgäste lesen zuerst die Erläuterungen neben den perfekt ausgeleuchteten Vitrinen, andere lassen die Kunst direkt auf sich wirken. Anerkennende Kommentare gibt es für den hervorragenden Zustand der Exponate . Eine im Himalaya gefertigte Holzfigur aus dem achten Jahrhundert nach Christus scheint gegen Feuer, Feuchtigkeit und Insekten gefeit. Und sie beeindruckt noch immer. "Ein hübscher Mann!" ruft eine Besucherin mit Blick auf die Figur.



Sehenswert auch die Fotografien in der Möllerhalle. Dort sind Arbeiten des amerikanischen Magnum-Fotografen Steve McCurry zum Thema Buddhismus zu sehen. Die 40 großformatigen Fotos entstanden zwischen 1985 und 2013.

Draußen gibt es für die Besucher ebenfalls viel zu entdecken. Zahlreiche Hüttenfans erkunden das Terrain auf eigene Faust, andere schließen sich einer Führung an. Man informiert sich über den gigantischen Erzschrägaufzug oder lässt im "Paradies"-Garten die Seele baumeln. Nach dem Ende der Roheisenproduktion eroberten sich Tiere und Pflanzen das Areal zwischen Kokerei und Saar zurück. Mit dem Straßenlärm verabschiedet sich die Hektik des Alltags. Zu Füßen der gigantischen Hochöfen herrscht himmlische Ruhe. Vögel zwitschern, Blätter rascheln leise im Wind.

Der Maschinenlärm von einst ist lange verhallt. Und der Blick nach oben ist ungetrübt. Von einem begehbaren Kaminschacht schaut man in den blauen Völklinger Himmel. Als die Hütte noch unter Dampf stand, wäre dies unmöglich gewesen. Durch den steinernen Schlot wurden damals unzählige Kubikmeter Rauch in die Luft geblasen.

voelklinger-huette.org

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Auf einen Blick Das Weltkulturerbe ist täglich von zehn bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt 13 Euro. Kinder, Jugendliche bis 18 Jahre sowie Schüler und Studenten mit Ausweis bis zum Alter von 27 Jahren haben freien Eintritt. Dienstags ab 15 Uhr ist der Besuch für alle kostenfrei. tan