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Lorig lässt den Bagger los

Während die Kinder dem Ball nachjagten, wartete der Bagger am Rande des Platzes. Rund 2000 Quadratmeter Brombeerhecken wurden dort bereits gerodet, um den Boden für ein neues Clubheim zu bereiten. Foto: Becker & Bredel
Während die Kinder dem Ball nachjagten, wartete der Bagger am Rande des Platzes. Rund 2000 Quadratmeter Brombeerhecken wurden dort bereits gerodet, um den Boden für ein neues Clubheim zu bereiten. Foto: Becker & Bredel FOTO: Becker & Bredel
Fürstenhausen. Das Projekt Sportplatz ist der erste große Schritt zum Wiederaufbau in Fürstenhausen. Und dementsprechend sollte es gestern auch termingemäß starten. Auch wenn der Bebauungsplan noch nicht abgesegnet ist. Bernhard Geber

Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) hatte den Fürstenhausenern hoch und heilig versprochen, dass Anfang März die Bagger an ihrem Sportplatz anrücken. Andererseits ist der Bebauungsplan noch nicht rechtskräftig (siehe "Hintergrund"), und dementsprechend konnte noch keine Baugenehmigung erteilt werden. "Schwarzbau? Von wegen!", sagte Lorig, als er gestern den Bagger startete. Der Oberbürgermeister hat das Problem gelöst, in dem nun zunächst als "vorbereitende Arbeit" die Fläche hergerichtet wird, an der das neue Clubheim für die Fußballer entstehen soll.

Dieses neue Clubheim kommt, in Längsrichtung über den Sportplatz hinweg gesehen, genau an die Gegenseite des alten. Dort, beim Neubau, sind dann auch 32 Parkplätze und (mittelfristig) eine Direktzufahrt zur Saarbrücker Straße vorgesehen. Doch zunächst werden dort Erdmassen gelagert werden. Rund 3000 Kubikmeter Erdreich müssen nämlich bei der Operation Platzbegradigung bewegt werden.

Das Rasengeläuf der Fußballer war vom Bergbau stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Es hängt, gemessen in der Diagonale, 1,84 Meter durch. Der Platz wird nun, leicht zum Bahndamm hin verschoben, komplett neu aufgebaut. Das Clubheim teilt das Schicksal vieler anderer Gebäude im Ort: Bodenplatte, Wände und Decken sind mit Rissen und Spalten durchzogen. Es ist zum Abriss vorgesehen. An seine Stelle soll ein Multifunktionsspielfeld kommen, das dann allen Jugendlichen aus Fürstenhausen zur Verfügung steht.

Die Stadtverwaltung kann noch keinen Fertigstellungstermin garantieren. Der SV Fürstenhausen stellt sich auf eine Übergangszeit "bis hinein in die kommende Saison" ein, sagt Vorsitzender Reinhold Adams. Das geht bei zwei Aktiven-Mannschaften, einer Alte-Herren-Elf, einer Damen- und drei Jugendmannschaften nicht ganz so einfach. Man hat bereits diese Saison so geplant, dass man im Moment nur noch Auswärtsspiele bestreitet, setzt auf Absprachen mit dem benachbarten SV Wehrden.

Die RAG Deutsche Steinkohle hatte 350 000 Euro Entschädigung an die Stadt für das gezahlt, was der Bergbau an der Sportanlage angerichtet hat. Rund 1,1 Millionen Euro soll nun der Neuaufbau von Naturrasenplatz und Clubgebäude samt Umfeld kosten.



Zum Thema:

HintergrundDer Bebauungsplan Neue Mitte Fürstenhausen liegt noch bis einschließlich 13. März erneut im Neuen Rathaus öffentlich aus. In dieser Zeit können noch Einwände vorgebracht werden. Saarstahl hatte Bedenken gegen die Ausweisung eines Sondergebietes für ein Seniorenzentrum geäußert. Der Stadtrat kam Saarstahl bereits insofern entgegen, als er ein Pflegeheim ausschloss. Der Rat soll am 26. März abschließend entscheiden. er