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EZV macht satte Gewinne

Vermülltes Umfeld: Solche Szenen am Containerstellplatz in der Völklinger Heinestraße wiederholen sich weiterhin täglich. Der EZV kommt nicht mit dem Säubern nach. Archivfoto: Werner Michaltzik
Vermülltes Umfeld: Solche Szenen am Containerstellplatz in der Völklinger Heinestraße wiederholen sich weiterhin täglich. Der EZV kommt nicht mit dem Säubern nach. Archivfoto: Werner Michaltzik
Völklingen. Völklingen betreibt seine Müllabfuhr in Eigenregie. Der städtische Entsorgungs-Zweckverband macht (auch dank Papierverwertung) satte Gewinne, will aber die Müllgebühr erst frühestens zum Jahr 2018 senken. Bernhard Geber

Der Entsorgungszweckverband Völklingen (EZV) arbeitet offenbar auf einer sehr soliden Basis. Dies geht aus dem Wirtschaftsplan für 2017 hervor, den Geschäftsführer Stefan Lang am Mittwochabend der Verbandsversammlung vorlegte. Das Gremium, das aus Vertretern der Stadtratsfraktionen von SPD , CDU und Linken besteht, stimmte Langs Planung einstimmig zu. Klaus Degen (Linke) wiederholte nicht mehr die Forderung früherer Jahre, den erzielten Gewinn in Form einer Gebührensenkung an die Bürger weiterzugeben. Dies soll, so steht es in Langs Vorlage, "frühestens im neuen Kalkulationszeitraum, also ab dem Jahr 2018, möglich" sein.



Dann wäre eine satte Summe umzuverteilen: Laut Lang werden von 2012 bis 2017 rund 890 000 Euro an Gewinnen aufgelaufen sein. Dieser Gewinnvortrag solle dann im Zeitraum von 2018 bis 2020 "ausgeglichen werden". Was wohl niedrigere Gebühren bedeutet.

Der EZV hat die Höhe seiner Gebühren nicht allein in der Hand. Fürs endgültige Beseitigen des eingesammelten Abfalls ist er auf den Entsorgungsverband Saar (EVS) angewiesen. Der hält natürlich auch die Hand auf. Lang stellt nun erfreut fest: "Diese Kosten haben sich durch den Wegfall der Verbrennungsanlage in Neunkirchen stark verringert." Zum positiven Ergebnis in Völklingen trägt insbesondere auch die Papierwertung durch den EZV bei. Fazit für 2015: Durch Rückzahlungen des EVS in Höhe von 306 000 Euro und eine positive Entwicklung am Papiermarkt sei statt des vorhergesagten Verlustes ein Gewinn in Höhe von 254 000 Euro erreicht worden. Ähnlich verhalte es sich für das (noch laufende) Geschäftsjahr 2016.

Nein zu Videoüberwachung

Lang will nun unter anderem ein neues Müllauto für 220 000 Euro kaufen und an eine "Verschönerung" der Containerstellplätze in Völklingen gehen. Als erster soll der Standort an der Heinestraße ("ein Einfallstor in die Stadt") an die Reihe kommen. Die Männer vom EZV kämen nicht mit dem Reinigen nach, obwohl sie ihn während der Arbeitswoche täglich anführen. Der Platz soll auf drei Seiten mit einer stabilen Einfriedung umgeben werden, "damit wenigstens kein Müll mehr durch die Gegend fliegt" (Lang). Auf eine Anfrage, ob Videoüberwachung möglich sei, habe das Landesamt für Datenschutz abschlägig reagiert.

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