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Ein Sprungbrett ins Berufsleben

Völklingen. „INTEQRA“ heißt ein Projekt des Vereins SOS-Kinderdorf Saarbrücken in Völklingen. In den Räumen der ehemaligen Sparda-Bank in der Cloosstraße werden 20 junge Leute an das Berufsleben herangeführt. Ergänzend gibt es auch soziale Betreuung. Thomas Annen

Zunächst greift Jérôme (24) zum Akkuschrauber, anschließend wird Holz geklebt. Während sich der junge Mann der Herstellung einer Cajon-Kistentrommel widmet, bedient sein Kollege im Raum nebenan die Ständerbohrmaschine. "Es macht Riesenspaß", versichert Michael (19). Die beiden jungen Leute sind Teilnehmer des Projektes "INTEQRA-Völklingen". Die Abkürzung steht für "Individuelles, nachhaltiges Training, Empowerment und Qualifizierung für die richtige Ausbildung".



Am 1. Juli fiel der Startschuss. Sitz des Projektes sind die Räume der ehemaligen Spardabank in der Cloosstraße. Neben den Werkstätten gibt es einen Unterrichtsraum und eine Küche. Die Teilnehmer beschäftigen sich mit Mathe und Deutsch, lernen, eine Bewerbung zu schreiben, kochen zusammen. Einmal die Woche ist auch Sport angesagt.

Die Organisation SOS-Kinderdorf Saarbrücken e. V. setzt das Projekt um, im Auftrag des Jobcenters im Regionalverband Saarbrücken. Angesprochen sind arbeitslose und sozial benachteiligte Jugendliche von 18 bis 25 Jahre, ihre Zuweisung erfolgt über das Jobcenter Völklingen . Gefördert wird die Maßnahme durch den Europäischen Sozialfonds, in den ersten zwölf Monaten mit 73 000 Euro. 20 Plätze stehen zur Verfügung. "Wir sind voll belegt", sagte Projektleiter Michael Jungmann am Montag bei der Vorstellung der Maßnahme.

Die Jugendlichen lernen verschiedene Qualifizierungs- und Beschäftigungsbereiche kennen, auch ein Praktikum ist vorgesehen. Außerdem hilft ihnen das vierköpfige Fachkräfteteam, ihre persönliche Situation zu ordnen und ihre Probleme zu lösen. Einige Teilnehmer kommen regelmäßig, andere werden zuhause aufgesucht.

Für manche muss zunächst eine feste Bleibe gesucht werden, sie sind obdachlos. Deshalb wurde vom SOS-Kinderdorf Wohnraum in Völklingen angemietet. Die drei Plätze können den Jugendlichen zeitweise zur Verfügung gestellt werden. Dieses so genannte Wohnclearing wird von Jobcenter und Jugendamt unterstützt.

"Die Zusammenarbeit ist einfach klasse", versicherte Stefan Franz vom Jobcenter Völklingen mit Blick auf das SOS-Kinderdorf . Auch die Rückmeldung der Teilnehmer sei positiv. Sechs Monate sollen die Jugendlichen in der Maßnahme bleiben, eine Verlängerung ist möglich. Manche verabschieden sich aber auch schon früher. Acht Teilnehmer wurden bisher in Arbeit oder Weiterbildung vermittelt, berichtete Jungmann. Das Projekt läuft mindestens bis Sommer 2018.

Bereits seit 2009 kümmern sich Streetworker vom SOS-Kinderdorf Saarbrücken im Auftrag der Stadt Völklingen um junge Leute, die sich auf öffentlichen Plätzen treffen. Dieses Projekt wurde im September vom zuständigen Stadtratsausschuss bis Ende des Jahres 2017 verlängert.

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