Der Held mit dem Turban

Gegen Ende der ersten Hälfte zog sich Xavier Novic vom SV Röchling Völklingen eine Platzwunde am Kopf zu – und spielte weiter. Ein Einsatz, der sich lohnte. Der Oberligist bezwang die TSG Pfeddersheim mit 2:0.

Xavier Novic war am Samstag der Mann des Spiels beim 2:0 (0:0)-Heimsieg des Fußball-Oberligisten SV Röchling Völklingen über Aufstiegsaspirant TSG Pfeddersheim. "Heute hätte ich mir einen Spieler wie Novic gewünscht, der den Unterschied ausgemacht hat. Er hat sich drei Mal den Turban gewechselt und ist trotzdem in jedes Kopfballduell gegangen", sagte Gästetrainer Norbert Hess.

In einer langweiligen ersten Halbzeit waren Novic und der Pfeddersheimer Robin Schittenhelm Sekunden vor der Pause mit den Köpfen zusammengerasselt. Beide nahmen in der zweiten Halbzeit wieder am Spiel teil - Novic mit Kopfverband. Während Schittenhelm nach fünf Minuten vom Platz wankte, haute sich Novic in jeden Zweikampf. "Ich hab eine Platzwunde, die muss wohl genäht werden. Und mir brummt der Kopf", sagte er später. Doch davon war auf dem Platz wenig zu spüren. Nach einem herrlichen Diagonalpass von Artur Schneider und einem "Bauerntrick" von Saki Noutsos, der seinen Gegenspieler Christopher Ludwig auf der Torauslinie narrte, passte Noutsos zur Mitte, Novic rauschte heran und hämmerte aus drei Metern zum 1:0 ins Netz (53. Minute).

Wenig später Eckball für den Tabellendritten Pfeddersheim: Novic tauchte im eigenen Strafraum auf, klärte per Kopf und ging in die Knie. So verharrte er lange Zeit, war benommen, musste erneut behandelt werden. "Ich habe den Ball seitlich an den Kopf bekommen und nichts mehr gesehen", erzählte er. Die 308 Zuschauer forderten entsetzt die Auswechslung des Torjägers. Trainer Günter Erhardt beorderte umgehend Fatih Günes an die Seitenlinie. Doch dann stand Novic auf und machte weiter. Dazu Erhardt schmunzelnd: "Ja, ich wollte wechseln. Aber wenn ich Novic rausgenommen hätte, wäre er mir böse gewesen."

Pfeddersheim versuchte mit wütenden Angriffen, den Ausgleich zu machen, hatte durch den freistehenden Mathias Tillschneider auch die Riesenchance dazu (66.). Doch Tillschneider versagten die Nerven. Torwart Sebastian Buhl fing das Schüsschen aus fünf Metern ab. Gegen die Attacken der Gäste setzte Völklingen immer wieder gefährliche Konter. Mitten drin: Xavier Novic. Als sein Kopfverband völlig durchblutet war und runter fiel, schickte ihn Schiedsrichter Manuel Biesemann (Leiwen) vom Platz, um sich einen neuen zu holen - und wieder kehrte Novic zurück. "Ich hebe nicht gerne Spieler hervor, aber was Xavier geleistet hat, war unglaublich. Er wollte unbedingt sein Tor machen und das Spiel gewinnen", sagte Erhardt.

Novic, Noutsos, Caner Metin und Schneider scheiterten bei den vielen Kontern immer wieder an Gästetorwart Thorsten Müller. Doch in der letzten Sekunde der Nachspielzeit war auch Müller chancenlos. Aus der eigenen Hälfte schlug Alex Otto einen Pass in den Lauf von Metin. Der hatte freie Bahn, spielte Müller aus und schoss zum 2:0 ein (92.). "In der ersten Halbzeit war es ein wenig aufregendes Spiel. Ich habe in der Pause angesprochen, dass wir viel zu phlegmatisch waren. Das war nach der Pause anders. Wir waren einen Tick aggressiver als Pfeddersheim und hätten viel höher gewinnen können", bilanzierte Erhardt.