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Verkehr in der Rosseler Straße sorgt weiter für Ärger
20 Jahre altes Problem noch ungelöst

Autofahrer nutzen die Rosseler Straße in Ludweiler oft als Abkürzung – und sind dabei viel zu schnell unterwegs. Die Anwohner wollen das 20 Jahre alte Problem jetzt endlich gelöst sehen, und zwar nachhaltig.
Autofahrer nutzen die Rosseler Straße in Ludweiler oft als Abkürzung – und sind dabei viel zu schnell unterwegs. Die Anwohner wollen das 20 Jahre alte Problem jetzt endlich gelöst sehen, und zwar nachhaltig. FOTO: Andreas Lang / Picasa
Ludweiler . Anwohnern der Rosseler Straße reicht ein bisschen Verkehrsberuhigung nicht. Sie wollen Raser gründlich bremsen. Von Andreas Lang

Die Geduld der Anwohner der Rosseler Straße ist am Ende. Das zeigte sich am Donnerstagabend bei der Bürgerversammlung im Sitzungsaal des Alten Bürgermeisteramtes Ludweiler, wo die Verwaltung eigentlich ihre Pläne zur Verkehrsberuhigung vorstellen wollte – eine elf Positionen umfassende Kombination aus Bodenschwellen und zu umfahrenden Pflanzen am Straßenrand, die den Schleichweg beruhigen sollen. Vorab hatte – und hat weiterhin – jeder Interessierte Gelegenheit, im Internet die vorläufigen Pläne zu studieren.


Um es kurz zu machen: Von „Aufpflasterungen“ bis auf Höhe der Bordsteine bis hin zu Bäumchen ud anderen Pflanzen wollte die Versammlung offenbar nichts hören. Zu dünn der Geduldsfaden der Betroffenen, die, statt zuzuhören, sofort ihrem Ärger Luft machten. Regelmäßig abgefahrene Außenspiegel an den eigenen Autos waren dabei noch die geringste Sorge. Weil nach den Schilderungen die Autofahrer im Begegnungsverkehr über die Bordsteine räubern, um auf dem Schleichweg nicht anhalten zu müssen, und weil obendrein oft noch viel zu schnell gefahren werde, traue man sich selbst, geschweige denn mit Kindern, kaum auf die Straße.

Von Gefahr für Leib und Leben ist da erzürnt die Rede, von Klagen gegen die Stadt. Und immer wieder von „denen aus dem Departement 57“, die über verhängte Sanktionen nur lächelten, weil sie jenseits der Staatengrenze sowieso nicht belangt würden.



„Die Verkehrsberuhigung der Rosseler Straße ist schon seit 20 Jahren Thema“, sagte Christiane Blatt (SPD), die ehemalige Ludweiler Ortsvorsteherin, die inzwischen Oberbürgermeisterin ist. Dass die Vorgänger-Verwaltungsspitze wenige Monate vor ihrem angekündigten Ruhestand eine schnelle Lösung vorgeschlagen hatte, machte die Sache nicht leichter. Demnach sollte die Straße mit einer abknickenden Vorfahrtsstraße entschärft werden. Das sei aber aus nicht weiter genannten Sicherheitsbedenken nicht machbar, hieß es, was den Ärger der Anwesenden noch steigerte.

Verständnis ist allerdings angebracht. Die neue Leiterin der Ortspoliizeibehörde, Manuela Maas, stellte sich zwar tapfer der Versammlung, ist aber erst seit zwei Monaten im Amt und hatte noch nicht Gelegenheit, sich so tief in den Vorgang einzuarbeiten. Das will sie jetzt umso schneller tun, und noch mehr: Ihr Amt will die Sache neu prüfen.

Vom „Eisvogelpfad“ war oft die Rede, der auf vielen noch verbreiteten Karten überhaupt noch nicht zu finden ist. Es handelt sich um das noch als Teil des Grubenwegs bekannte Stück zwischen Rotweg und Rosseler Straße. Maas erklärte nun: „Wir prüfen ab sofort alle möglichen Varianten in Sachen Einbahnstraßen- und Vorfahrtsregelung in diesem Bereich.“ Wie lange diese Prüfung dauern wird, sei nicht abzuschätzen, wie Oberbürgermeisterin Blatt ankündigte: „Das wird weder innerhalb von zwei Wochen zu machen sein, noch wird es ein Jahr dauern.“

Die Anwohner wünschen sich eine Einbahnregelung für die komplette Rosseler Straße, am liebsten vom Rotweg in Richtung Bürgermeisteramt. Aber auch in entgegengesetzter Richtung. Sogar die Rosseler Straße in zwei Sackgassen aufzuteilen, erscheint den Bürgern besser als die derzeitige Regelung.

Interessant auch ein spezieller Tipp aus der Versammlung. Nämlich eine Ampel, die in Verbindung mit einer Geschwindigkeitsmessanlage (in der Regel auf Radarbasis) automatisch auf Rot schaltet, sobald sich ein Fahrzeug zu schnell nähert. Autofahrer müssten dann stoppen und würden so den vielleicht erzielten Zeitgewinn verlieren oder sogar in einen Verlust umkehren. In Frankreich, hieß es, seien solche Systeme üblich. In Deutschland sprechen aber behördliche Zwänge dagegen: Eine Lichtzeichenanlage darf nur aufgestellt werden, wo entsprechend viele Fußgänger die Straße überqueren.