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Kolumne
Professionell geht anders

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Nehmen wir mal an, Ihr Architekt vergäße beim Ausbau Ihres Dachgeschosses die Treppe. Was würden Sie dazu sagen? „Schildbürgerstreich“ würden Sie ihm vermutlich an den Kopf werfen. Oder „Dilettant“ – beides ist begründet.

Und wie soll man es nennen, wenn Völklingens Stadtverwaltung Telefon-Leitungen von analog auf digital umschalten lässt (siehe Seite C 3), aber die Folgen der Änderung nicht im Blick hat? Schon klar, dass man ohne funktionierendes Notruf-Telefon keinen Tiefgaragen-Aufzug betreiben kann. Aber ebenso klar ist – von vornherein! –, dass ein alter, analoger Notruf und neue Digitalleitungen nicht zusammenpassen. Klar ist auch, dass Barrierefreiheit, also ein funktionierender Lift, für  eine Tiefgarage zum Standard gehört. Den Nutzern diesen Standard über Monate vorzuenthalten, ist wenig bürgerfreundlich. Sagen wir es deutlicher: Es ist eine Zumutung.


Leider ist die Panne kein Einzelfall. Erinnert sei an den unbegehbar steilen Weg am Hirzeckberg. Oder an Kanalbau-Planungen, bei denen Anwohner tagelang vom Verkehr abgeschnitten werden sollten. Professionalität müssen manche Verwaltungs-Leute erst noch lernen.