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Ladenöffnung an Heiligabend?
Am Heiligabend einkaufen? Nein, danke!

Am Freitag bei Globus in Völklingen: Dort gibt es Weihnachtsdeko in einem eigenen Bereich in Obergeschoss. Globus wird seine Geschäfte bundesweit am Heiligabend nicht öffnen. Dafür gibt es am Samstag davor einen Dienstleistungsabend bis 23 Uhr. Das hat das Unternehmen mitgeteilt.
Am Freitag bei Globus in Völklingen: Dort gibt es Weihnachtsdeko in einem eigenen Bereich in Obergeschoss. Globus wird seine Geschäfte bundesweit am Heiligabend nicht öffnen. Dafür gibt es am Samstag davor einen Dienstleistungsabend bis 23 Uhr. Das hat das Unternehmen mitgeteilt. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Sollen Geschäfte am 24. Dezember, einem Sonntag, ein paar Stunden öffnen? Menschen, die wir in Völklingen fragten, haben keine Lust auf Heiligabend-Einkäufe. Von Becker & Bredel

Arbeiten an Heiligabend, das ist für manche Berufe ganz normal. Im Einzelhandel auch, wenn der Heilige Abend auf einen Werktag fällt. 2017 ist es allerdings ein Sonntag. Einzelne Geschäfte wollen öffnen, der Widerstand dagegen ist stark. Wir haben uns in Völklingen umgehört.



Klaus Ziegler (57) findet eine Öffnung der Geschäfte am Heiligabend-Sonntag „gar nicht gut“. Er sei katholisch, sagt er. Schon deswegen sei der Heilige Abend eben heilig. „Das ist ein Tag, da hat man nicht zu arbeiten, wenn man nicht muss.“ Alle Kunden hätten Zeit genug, vor Weihnachten einkaufen zu gehen. Der Sonntag solle Sonntag bleiben.

Jochen Schmidt aus Völklingen sieht es etwas anders. Es sei zwar für die Arbeitnehmer schade, wenn man vormittags ins Geschäft müsse, doch für Taxifahrer, Krankenhausbedienstete, Hüttenarbeiter oder Verkäufer in der Tankstelle sei der Einsatz an Heiligabend doch auch normal. „Wo ist denn da die Gerechtigkeit?“, fragt der KfZ-Meister. Zudem würden viele traditionell an Heiligabend vormittags ihre Erledigungen machen, bis 14 Uhr sei das doch nicht schlimm, meint der 53-Jährige.

Ganz anderer Meinung ist Jennifer Lambeng. Die 31-jährige Büroangestellte aus Wadgassen findet, dass alle frei haben sollten, deren Arbeit nicht für die Grundversorgung wichtig sei. Polizisten und Pfleger wüssten schon bei der Berufswahl, dass sie in Schichten und an allen Tagen arbeiten müssten. Da sei das normal, und man wechsele sich in den Abteilungen ab. Sie begrüße es, wenn sich die Politik einschalte und nun auch gesetzlich Klarheit schaffe. Die Verbraucher könnten vor den Feiertagen einkaufen gehen, und die Geschäfte verlören auch keinen Umsatz. Schließlich könne jeder Euro nur einmal ausgegeben werden.

Janik Müller aus Püttlingen, der in Völklingen arbeitet, braucht die Ladenöffnung an Heiligabend nicht. „Da schlafe ich lange aus“, sagt er und ist grundsätzlich der Meinung, man solle die Läden nicht öffnen. Vor den Feiertagen sei ausreichend Zeit für Besorgungen. Wenn Heiligabend auf einen Sonntag falle, dann solle man das so hinnehmen, findet der 24-jährige Handwerker.

Dietmar Kreis, der in Luisenthal einen Bosch-Dienst betreibt, hält gar nichts von einer Ladenöffnung an Heiligabend: „Es gibt Berufe, wo das zum Job gehört. Für die Supermarktverkäuferin ist das aber nicht so. Diese Menschen sollen frei haben und Weihnachten genießen. Wer an Heiligabend nicht alle Sachen hat, der war halt zu spät dran.“

Daniela Marzlin (39) ist Bäckereiverkäuferin in Geislautern. „Seit 24 Jahren mache ich den Job, und wir haben jeden Sonntag geöffnet. Auch in diesem Jahr. Aber das hat nichts mit Heiligabend zu tun, wir sind einfach immer mit frischen Brötchen sonntags bis 12 Uhr da. In diesem Jahr habe ich persönlich frei, ich übernehme die Schicht an Silvester. In Berufen, bei denen das aber nicht die Regel ist, soll geschlossen bleiben. Die Kollegen in den Supermärkten haben ihre Freizeit verdient.“

Klaus 
Ziegler
Klaus Ziegler FOTO: BeckerBredel
Jochen 
Schmidt
Jochen Schmidt FOTO: BeckerBredel
Jennifer 
Lambeng
Jennifer Lambeng FOTO: BeckerBredel
Janik 
Müller
Janik Müller FOTO: BeckerBredel
Dietmar 
Kreis
Dietmar Kreis FOTO: BeckerBredel
Daniela 
Marzlin
Daniela Marzlin FOTO: BeckerBredel