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Misere rund um den Kolpingplatz
Mutlosigkeit breitet sich aus

FOTO: Robby Lorenz / SZ
„Völklingen macht sich auf die Socken“, lautete ab 2003 die Parole beim Stadtumbau West. An sie hat auch Wirtin Sabine Geiter geglaubt – bis jetzt. Bernhard Geber

Ganz Völklingen regt sich darüber auf, wenn Albrecht schließt. Die Familie wird das Parkhotel Ende Januar in Richtung Saarbrücken verlassen. Die Kleinen haben es da schwerer, Aufmerksamkeit zu finden. So sollte es aber Sabine Geiter nicht ergehen, die nun, ebenfalls zum 31. Januar, ihr Café 8bar am Kolpingplatz aufgeben will.



Und warum, wo doch das Geschäft erkennbar läuft und viele Stammkunden ihre Kochkunst (mit stets frischen Zutaten) loben? Die 43-Jährige ist es müde geworden,  gegen die triste Lage rund um den Kolpingplatz anzukämpfen. Dort, wo manche Eigentümer zwar Miete kassieren, aber nicht gerne renovieren wollen. Dort, wo sogar Säulen der Geschäftswelt wie Inge Bütermann nun einen Räumungsverkauf laufen haben. Dort, wo die Stadt sich anfangs sogar mit Dienstags-Konzerten engagierte, aber dann erheblich mit der Fürsorge nachgelassen hat. Sich Störer und Rabauken abends austoben. Und allenfalls noch pingelig auf Einhaltung bürokratischer Vorschriften (wie bei Geiters Biergarten) geachtet wird.

Sabine Geiter ist eine Kämpferin, wie sie bereits als frühere Wirtin im Café Umwalzer bewiesen hat. Vor zehn Jahren war sie dem Ruf, den neuen Kolpingplatz zu beleben, gefolgt. Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) hat dann auch seine ministerialen Gäste bei Stadtbesichtigungen gerne zu ihr ausgeführt. Millionen hat man damals in den Stadtumbau West investiert. Das hilft aber nichts, wenn Menschen mit Unternehmergeist auf der Strecke bleiben.