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Hier gibt’s Frischfleisch
Auf dem Mariannenhof ist der Tisch reich gedeckt

Wolfgang Schmidt bei seinen Bullen im Stall.
Wolfgang Schmidt bei seinen Bullen im Stall. FOTO: Petra Pabst
Sulzbach. An Pfingsten erwartet die Betreiberfamilie Schmidt viele Gäste, die die selbst erzeugten Lebensmittel vor Ort essen können. Von Petra Pabst

An beiden Pfingsttagen, 20. und 21. Mai, steigt auf dem Mariannenhof in Schnappach wieder das jährliche Hoffest. Was vor dreizehn Jahren als Idee für eine Sause für Wanderer zum ersten Mai entstand, hat sich im Laufe der Jahre zu einem echten Magneten für Freunde des geselligen Beisammenseins entwickelt und auf zwei Tage ausgedehnt. „Damals hätten wir es uns nie träumen lassen, dass das einmal solche Ausmaße annimmt“, erzählt Irene Schmidt fröhlich. Gemeinsam mit ihren Brüdern Manfred und Wolfgang führt sie den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb - der einzig verbliebene im Sulzbachtal.


Sieben Familienmitglieder und weitere Helfer werden am Sonntag und Montag mit anpacken. „Dazu gibt es Live-Musik mit Stimmungshits aus vier Jahrzehnten vom Duo Heidi und Roland aus der Pfalz“, kündigt Wolfgang Schmidt an. Schon seit Tagen treffen die Geschwister Schmidt Vorbereitungen: „Wir haben einen Bullen und zwei Schweine geschlachtet und werden wieder viele Bratwürste sowie 200 Portionen Hähnchen anbieten, dazu natürlich Getränke, Kaffee und Kuchen.“

Das Fleisch stammt wie immer aus eigener Herstellung in der Großküche am Hof. Spaziergänger kennen den idyllisch am Ruhbach gelegenen Landwirtschaftsbetrieb am Waldrand. Auch die vielen Stammkunden, die sich dort regelmäßig mit frischen Eiern und Fleisch aus der eigenen Schlachtung versorgen, wie zum Beispiel die Altenwalderin Luise Schmeer: „Ich kaufe hier jede Woche 40 Eier und versorge die ganze Familie damit. Zum Pfingstfest sind wir in diesem Jahr aber leider nicht da. Das ist immer toll“, berichtet sie. Von der Straße aus ist der Hof nicht zu sehen, man muss mit dem Auto gegenüber der Adresse Zur Tannenburg 34 in den Waldweg einbiegen oder am Fritz-Zolnhofer-Platz parken und die hölzerne Bachbrücke zu Fuß überqueren. Die Wetterprognosen sind gut für das Pfingstwochenende. „Wir sind für alle Fälle gerüstet mit unserem Zelt, so sitzen unsere Gäste trocken und schattig“, weiß Irene Schmidt.

Im Flur stehen bereits Einkaufskisten mit Mehl, Zucker, Butter und weiteren Zutaten. „Mein Bruder Wolfgang wird wieder über 40 Kuchen backen“, erklärt sie, „alles wird in tagelanger Eigenleistung selbst organisiert, aufgebaut, gebacken und gekocht. Das zehrt natürlich an den Kräften. Wir wissen nicht, ob wir das im nächsten Jahr noch einmal stemmen können. Es macht uns Freude aber auch wir werden nicht jünger“. Der Hof wurde nach der einst in Blieskastel residierenden Gräfin Marianne von der Leyen genannt, zu deren Besitz auch Schnappach zählte. Wolfgang Schmidt führt ihn als gelernter Landwirt und Landmaschinen-Mechaniker. Bruder Manfred und Schwester Irene packen mit an und kümmern sich um die Ferienwohnung im Haus sowie um die Vermarktung der Hofprodukte. In den Ställen stehen Angus-Bullen und Schweine. Die letzten verbliebenen Ziegen bekommen hier ihr Gnadenbrot und lassen sich gerne von Kindern streicheln. Dazu gackern in einem Freiluftgehege noch etwa 200 Legehennen. Die Tiere werden allesamt auf dem Hof mit heimischem Futter und Gras von den gepachteten Wiesen großgezogen.

„Am Fest selbst verdienen wir nichts, die Einnahmen decken gerade einmal unsere Kosten. Aber uns ist es wichtig, für unseren kleinen Betrieb zu werben. Wir haben sogar mittlerweile Kunden bis in die Pfalz“,  sagt Irene Schmidt stolz. Frischfleisch wird das ganze Jahr über, vor allem aber vor hohen Feiertagen wie Ostern und Weihnachten nach telefonischer Vereinbarung angeboten. Vermarktet wird alles in eigener Regie. Das heißt: Nach Bestellung unter Telefon: (06897) 8 97 47 kann jedermann Rind- und Schweinefleisch sowie Hähnchen und Suppenhühner, Hausmacher Wurst und Eier direkt beim Erzeuger kaufen. „Von der Qualität kann man sich gerne beim Hoffest an Pfingsten überzeugten“,  so Irene Schmidt.