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Die Evangelische Kirchengemeinde lud ein und viele, viele kamen
Stimmungsvolle Waldweihnacht

Die Waldweihnacht der Evangelischen  Kirchengemeinde hat viele Freunde.
Die Waldweihnacht der Evangelischen Kirchengemeinde hat viele Freunde. FOTO: Thomas Seeber
Dudweiler. Erbauliche Worte, Musik und Kerzenschein auf dem Pfaffenkopf in Dudweiler.

Die dritte Waldweihnacht am dritten Advent - sie war blendend besucht - auf dem Festplatz der Kulturgemeinschaft Pfaffenkopf am Ende der Rentrischer Straße. Es hat sich im Stadtbezirk offenbar herumgesprochen, dass hier eine ganz besondere Veranstaltung auf alle gläubigen Christen wartet: eine Feier unter freiem Himmel mit Pfarrerin Marie-Luise Jaske-Steinkamp und  Pfarrer Heiko Poersch. Vorweihnachtliche Stimmung einfangen, Wärme in Gemeinschaft verspüren, auch bei Temperaturen nicht weit über Null - wer aus dem Wald wieder herauskommt und den Heimweg antritt, ist wohl ein gutes Stück beseelt.



Lichter umgeben die kleine Bühne, auf der sich der Posaunenchor postiert hat und bekannte Lieder begleitet: „Herbei, o ihr Gläubigen, fröhlich triumphierend, o kommet, o kommet nach Bethlehem. Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren. O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König, den Herrn.“ Die Ansprache von Seelsorgerin Jaske-Steinkamp - in der Natur unter hohen Bäumen - richtet den Blick auf unsere Mitgeschöpfe und auf Gottes  Schöpfung, auf das, was ganz wesentlich unser Leben bestimmt. Und nicht das, was Paketdienste gerade millionenfach durch die Gegend fahren. „Reden Sie miteinander, auch das gehört zu Weihnachten“, ermuntert die Pfarrerin die Gäste im Forst, sich dem zuzuwenden, das erbaulich ist und die Seele belebt.

Und dann Jesaja, ein für Juden und Christen wichtiger Prophet, den Pfarrer Poersch in Erinnerung ruft. Jesaja sieht einen toten Baumstumpf, aber eine Kleinigkeit lässt ihn aufsehen und aufhorchen: Der Boden hat einen Riss, eine Wurzel liegt frei und treibt eine Blüte. Und der Prophet sieht: Mitten in der Wirklichkeit des Todes ist da der Anfang eines neuen Lebens zu sehen.  Für Maria ist die Vision des Jesaja wahr geworden, was genau dieses Leben betrifft. Durch sie lässt Gott seinen Sohn Mensch werden. Durch sie lässt Gott es Weihnachten werden.

Die Dunkelheit hat jetzt den Festplatz im Forst im Griff, Lichter flackern im Wind, die Stimmung ist  richtig schön. Zum Abschluss für jeden noch Gebäck, nur mit dem Glühwein hat es auch diesmal nicht geklappt, wie Marie-Luise Jaske-Steinkamp schmunzelnd anmerkt. Es sind halt zu viele Leute da. Zum Glück, denn Waldweihnacht 2018 soll’s doch wieder geben.

(mh)