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Opfer: Saarland sieht keine Notwendigkeit für Missbrauchsbeauftragten

Opfer : Saarland sieht keine Notwendigkeit für Missbrauchsbeauftragten

Die große Koalition im Saarland sieht keine Notwendigkeit für einen eigenen Missbrauchsbeauftragten.

Ein engmaschiges Netz an Angeboten für Opfer sexuellen Missbrauchs bei den Jugendämtern, Opferverbänden, der Polizei und verschiedenen Fachstellen biete ausreichend Schutz-, Hilfs- und Beratungsangebote, teilte das Sozialministerium in Saarbrücken auf dpa-Anfrage mit.

Die schwarz-rote Landesregierung arbeite seit Mitte 2000 zusammen mit den Jugendämtern an einer besseren Verzahnung der Schutz- und Hilfsangebote für die Opfer. Ein dabei entwickeltes „Qualitätssicherungskonzept“ ermögliche eine flächendeckende Versorgung mit speziell geschultem Fachpersonal. Die telefonische und persönliche Beratung der Betroffenen und ihrer Bezugspersonen sei kostenlos. „Neben der Krisenintervention sind die Beratungsstellen insbesondere im Bereich Prävention aktiv und betreiben Aufklärungsarbeit in Kindertageseinrichtungen und an Schulen“, sagte die Ministeriumssprecherin.

Der unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, hatte sich jüngst dafür ausgesprochen, dass auch in den Bundesländern eine entsprechende Stelle geschaffen wird. Für viele Fragen der Prävention und Intervention seien die Länder zuständig. Dabei gebe es derzeit noch keine ausreichende Koordination. „Ich rufe wirklich von hier aus noch mal auf, dass die Länder das jetzt ernst nehmen“, hatte Rörig betont.

(dpa)