Saarbrücker Westspangenlauf bot spannende Wettbewerbe auf allen Distanzen

Laufsport : Saarbrücker Härtetests im Herbstregen

Die Wettbewerbe des Westspangenlaufes waren echte Herausforderungen. Ein Sieger überraschte sich selbst mit seiner Leistung.

Läufer sind schon eine besondere Spezies. Wind und Wetter dürfen keine Rolle spielen, die Uhrzeit ohnehin nicht. Kleider durchnässt? Außentemperatur von zehn, vielleicht zwölf Grad Celsius? Alles kein Problem. „Ich laufe im Frühjahr oder im Herbst immer gerne mal bei Volksläufen mit“, sagte Martin Mühlhan von den LTF Marpingen.

Er erwischte beim  31. Saarbrücker Westspangenlauf einen Zehn-Kilometer-Wettbewerb, bei dem der Regen so konstant vom Himmel fiel, wie die Fahrzeuge auf der angrenzenden Stadtautobahn vorbeirauschten. Das war mehr als unglück­lich. Seine gute Laune ließ er sich, wie 496 Mitstreiter nicht verderben, die am Sonntag über fünf, zehn oder knapp 21 Kilometer am Start waren. „Ich mache normal Triathlon und trainiere sechsmal die Woche. Als Läufer kennt man kein Wetter“, sagte er.

Nach 37:05 Minuten hatte er überstanden, was für die allermeisten wohl eher einer Tortur als einer schönen sportlichen Betätigung gleichkommt. Mühlhan kam auf Platz 2. Nur Mbarek Bailla (Alsace Bossue Athlétisme) war 59 Sekunden schneller. „Der Erste war einfach zu schnell. Bei mir war das heute aber just for fun. Ich bin sehr zufrieden“, sagte Mühlhan.

Nils Welter aus Homburg belegte in 38:26 Minuten Platz 3. Schnellste Dame über die zehn Kilometer war Maike Müller von den LTF Elversberg. Mit ihrer Endzeit von 42:46 Minuten wäre sie sogar im Feld der Herren auf den achten Platz gelaufen. Hinter Müller folgten Evi Klahm (SV Saar 05, 44:02) und Heidi Hartmann (Fribi Fun Runners, 46:10).

Bevor die Teilnehmer am Zehn- Kilometer-Lauf sich am Startplatz an der Saar gegenüber dem Saarbrücker Heizkraftwerk versammelt hatten, lief ein Athlet schon fleißig an der Saar entlang. „Ich bin um 8.25 Uhr gestartet und war da schon pitschnass. Das Loslaufen ist immer blöd. Das Wetter war stramm“, sagte Tobias Blum und begann zu lachen. „Ich hab’ im Prinzip einen 36-Kilometer-Dauerlauf gemacht.“

Für Blum, dessen persönliche Bestzeit im Marathon bei 2:16:55 Stunden liegt, war die Halbmarathon-Distanz des Westspangenlaufs nur der zweite Teil seiner Vorbereitung auf den Frankfurt-Marathon. Der steht am 27. Oktober an. Entsprechend stand das Training im Vordergrund. Dass er nachher dennoch auf Platz 1 ins Ziel lief, hatte Blum nicht eingeplant. „Ich habe gar nicht gedacht, dass ich den Lauf gewinne. Die ersten zehn Kilometer bin ich in 38 Minuten gelaufen. Da war ich nur Fünfter.“

Bis in etwa zur Hälfte des Laufs lief Benjamin Wehbring (Reifen 1+) an der Spitze und hatte sich schon einen stattlichen Vorsprung von mehreren Hundert Metern erarbeitet. „Die letzten zehn Kilometer wollte ich dann im Wettkampf-Tempo laufen“, erzählte Blum weiter. Tatsächlich hatte er seinem ärgsten Konkurrenten beim Zieleinlauf nach 1:12:20 Stunden 1:13 Minuten abgenommen. Kurz dahinter kam Torsten Jacob (SV Saar 05, 1:15:19) ins Ziel, der sich damit den Saarlandmeister-Titel im Halbmarathon der Senioren sicherte. Senioren-Saarlandmeisterin ist seine Vereinskollegin Ann-Cathrine Jülch (1:31:13), die nach über 21 Kilometern Claudia Seel (TV Kirkel) um 15 Sekunden distanzieren konnte. Platz 3 im Halbmarathon der Damen belegte Nina Apushkinskaya (LSG Saarbrücken-Sulzbachtal, 1:34:13).

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