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Gemeinderat
Viele Spenden für Unwetter-Opfer

Nach dem Unwetter: Das große Aufräumen FOTO: BeckerBredel
Kleinblittersdorf. Von Heiko Lehmann

  Kinder sind in Bliesransbach eingeschlossen, Erdrutsch auf dem Hartungshof, in der Scherbachstraße schwimmen Autos den Berg hinunter, und durch die Elsässerstraße schießt das Wasser 1,40 Meter hoch. Das waren mit die ersten Schreckensmeldungen beim Unwetter in der Gemeinde Kleinblittersdorf während der Nacht zum 1. Juni. Am Donnerstag war das Unwetter noch einmal Thema der Gemeinderatssitzung im Auersmacher Ruppertshofsaal. Peter Dausend, der Wehrführer der Gemeinde Kleinblittersdorf, berichtete dem Rat von einem nahezu perfekten Einsatz der mehr als 300 Einsatzkräfte aus dem ganzen Saarland. Sie kamen von Feuerwehren, vom THW und vom Deutschen Roten Kreuz. Sogar aus Kaiserslautern und von der Weinstraße waren Feuerwehrleute im Einsatz.


„Es war auch für uns der erste Einsatz in dieser Größenordnung. Es ist nahezu alles perfekt abgelaufen, und es ist ein Zeichen dafür, dass die Feuerwehrleute, egal woher sie kommen, die gleiche Sprache sprechen. Mein Dank gilt allen, die in irgendeiner Form geholfen haben“, sagte Peter Dausend. Er erzählte außerdem von einem Feuerwehrmann, der anderen half, obwohl er selbst vom Hochwasser betroffen war. Vom Gemeinderat gab es für die Ausführungen des Feuerwehrchefs großen Applaus. Genau wie für die Mitarbeiter der  Gemeindeverwaltung, die 420 Anrufe am extra eingerichteten Bürgertelefon entgegennahmen und dabei sogar Hochwasseropfern außerhalb der Gemeinde halfen.

120 Anträge auf Soforthilfe hat der Regionalverband bereits genehmigt und das Geld an die Betroffenen ausgezahlt. Eine Bürgerinitiative vermittelte 90 Elektrogeräte-Spenden an Betroffene. Auf ein von der Gemeinde eingerichtetes Spendenkonto wurden bislang 44 152,55 Euro eingezahlt, die komplett den Unwetter-Opfern zu Gute kommen werden.



Wie Bürgermeister Stephan Strichertz mitteilte, nahm auch die Gemeinde Kleinblittersdorf schon Geld in die Hand. Die Scherbachstraße wurde provisorisch wieder soweit geflickt, dass Autofahrer sie nutzen können (60 000 Euro). Die Waldstraße wurde saniert (100 000 Euro). 20 000 Euro kostete es, die eingestürzte Brücke in Bliesransbach so zu reparieren, dass sie wieder befahrbar ist. Die Reparatur der Kreisstraße mit angrenzendem Bachlauf in Auersmacher kostete 17 000 Euro.

Reparaturen in der Eschringer- und Römerstraße sowie auf dem Hartungshof in Bliesransbach kosteten 60 000 Euro. Für 100 000 Euro ließ die Gemeinde Container in die einzelnen Ortsteile bringen und ließ sie auch wieder abholen. „Nach der Sommerpause werden wir einen Nachtragshaushalt erstellen. Es werden noch mehr Kosten auf uns zukommen. Zudem wollen wir die Bürger der Gemeinde noch zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung nach Bliesransbach einladen. Der Termin steht allerdings noch nicht fest“, sagte der Bürgermeister im Gemeinderat.

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