Naturkatastrophe: Unwetter schweißt Gemeinde zusammen

Naturkatastrophe : Unwetter schweißt Gemeinde zusammen

Kleinblittersdorf hat immer noch mit den Auswirkungen des Unwetters zu kämpfen. Jetzt hilft jeder, wo er kann.

Eine Woche ist seit dem Jahrhundert-Unwetter in Kleinblittersdorf vergangen. Noch immer sind die Spuren deutlich erkennbar. Der obere Teil der Scherbachstraße in Kleinblittersdorf gleicht durch die Unterspülung immer noch einer Berg- und Talbahn. Wohnungen und Keller von vielen Häusern sind unbrauchbar geworden. Ganze Familien mussten ihre Wohnungen verlassen und zu Verwandten ziehen.

„Wie viele Menschen es richtig hart von dem Unwetter getroffen hat, wissen wir noch nicht ganz genau. Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung waren diese und sind nächste Woche unterwegs und notieren sich die betroffenen Wohnungen und Häuser. Es sind aber in jedem Fall viele“, erklärt Bürgermeister Stephan Strichertz.

Mitarbeiter der Verwaltung saßen seit dem Unwetter an den Nottelefonen, die von der Gemeinde eingerichtet worden waren. Es riefen auch viele Menschen an, die helfen wollten. „Eine Frau aus Bliesransbach hat bei uns angerufen und gefragt, ob wir einen Kühlschrank hätten. Fünf Minuten später rief eine andere Frau an und bot uns einen Kühlschrank an. So konnten wir der Frau innerhalb einer Stunde einen Kühlschrank bringen“, so Strichertz weiter.

Parallel zur Arbeit der Gemeindeverwaltung bewegte sich auch in den Orten etwas. Im Bliestalmarkt in Bliesransbach und im Pfarrheim in Kleinblittersdorf konnten Menschen Gegenstände spenden oder abholen. Nico Uhl aus Kleinblittersdorf richtete auf Facebook die Seite „Hilfen und Helfen in der Gemeinde Kleinblittersdorf„ ein. 2000 Leute sind schon dabei. „Die Hilfe der Menschen auch von außerhalb der Gemeinde ist echt unfassbar groß. Wir konnten schon vielen Menschen helfen und arbeiten ganz eng mit der Gemeindeverwaltung zusammen, die die Hilfe koordiniert. Wir brauchen unbedingt noch Waschmaschinen, Kühlschränke und Gefriertruhen“, erklärt Nico Uhl.

An diesem Samstag gibt es von 8 bis 12 Uhr im Pfarrheim wieder einen Benefiz-Markt zugunsten der Unwetter-Opfer. Ebenfalls am Samstag richtet der Förderverein der Grundschule Rilchingen-Hanweiler von 13 bis 18 Uhr in der Mehrzweckhalle einen Second-Hand-Markt ein. Alle Einnahmen gehen an die Opfer der Unwetter-Katastrophe. Am Sonntag, 15 Uhr lädt Profiboxer Jürgen Doberstein zu einer Spendenaktion in sein Trainingszentrum in der Kloppstraße 25 in Kleinblittersdorf.

Vor einer Woche ist Jürgen Doberstein auch mit einer Schippe durch den Ort gezogen und hat geholfen. „Es ist eine Katastrophe passiert und da müssen alle Menschen zusammenhalten“, so der 29-Jährige.

Insgesamt war und ist die nachbarschaftliche Hilfe in der Gemeinde scheinbar grenzenlos. Firmen mit großen Autos fahren kostenlos Möbel und Maschinen von A nach B. Restaurants und Bäckereien haben die Helfer kostenlos mit Essen versorgt.

Ein Raumausstatter kümmert sich darum, dass es für die Opfer einen neuen Fußboden für kleines Geld gibt. So schlimm das heftigste Unwetter der Gemeinde Kleinblittersdorf auch war, die Menschen hat es ein großes Stück enger zusammengeschweißt.

Spenden an die Gemeinde Kleinblittersdorf, an Sparkasse Saarbrücken, IBAN: DE51 5905 0101 0000 1020 20 oder an Volksbank, IBAN: DE77 5909 2000 4086 0000 11 mit dem Betreff: Unwetterkatastrophe Gemeinde Kleinblittersdorf.

Mehr von Saarbrücker Zeitung