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Obere Saar: Die Gemeinde Kleinblittersdorf behält den Ruppertshof

Obere Saar : Die Gemeinde Kleinblittersdorf behält den Ruppertshof

Bürgermeister Stephan Strichertz hat ein Konzept, wie er die Sanierung des beliebten Gebäudes zumindest teilweise finanzieren will.

Der Ruppertshof bleibt Auersmacher erhalten. Am kommenden Freitag  soll nach Aussage von Bürgermeister Stephan Strichertz bei einem Notar ein Vertrag unterzeichnet werden, wonach der Ruppertshof wieder in alleinigem Besitzt der Gemeinde Kleinblittersdorf wäre. „Es gibt zur Zeit noch einen Erbbaurechtsvertrag mit einer Familie und eine Schuldforderung der Bank. Das werden wir durch den neuen Vertrag alles abwickeln. Mein ganz besonderer Dank gilt der VVB-Bank, die uns sehr entgegengekommen ist“, erklärt Stephan Strichertz.

Das Gesamtensemble Ruppertshof besteht aus einem großen Veranstaltungssaal, einer Remise und der ehemaligen Gaststätte. Während Saal und Remise seit jeher der Gemeinde gehörten und so den Auersmacher Vereinen zur Verfügung standen, war die Zukunft des Gaststättengebäudes seit etwa sieben Jahren ungewiss.

Ein Käufer konnte für das stark renovierungsbedürftige Gebäude nicht gefunden werden. Bei einer Versteigerung fand sich auch zu kleinem Preis keiner, der investieren wollte. Also hat Ortsvorsteher Thomas Unold die Auersmacher Lösung angestrebt.

„Wir haben uns im Oktober 2013 mit den Auersmacher Ortsvereinen zusammengesetzt und dabei wurde schnell klar, dass der Ruppertshof in eigener Hand bleiben soll“, erklärt Thomas Unold. Zuvor hatten die Auersmacher Vereine bereits im Ruppertshofsaal ein Brandschutzkonzept in Eigenregie umgesetzt, wofür die Vereine 30 000 Euro zusammenlegten und bei den Arbeiten mit anpackten. Signale, die auch bei der Gemeindeverwaltung ankamen.

Doch wie sollte das Projekt Ruppertshof mit Renovierungskosten von etwa einer Million Euro gestemmt werden? Der Bürgermeister hatte die entscheidende Idee. „Zunächst muss man sagen, dass die Auersmacher Bürger großes Engagement zeigten, um den Ruppertshof im Gemeindebesitz zu halten. Für mich ist die einzige, sinnvolle Lösung, einen neuen Kindergarten oder eine Kindertagesstätte in dem Gebäude zu installieren“, sagt Stephan Strichertz.

Weiter erklärt Bürgermeister Strichertz: „Das aktuelle Kindergartengebäude in Auersmacher ist nicht zukunftsfähig und im Besitz der Kirche. Bei einem Umbau des Ruppertshofes zum Kindergarten sind Zuwendungen bis 40 Prozent der Gesamtkosten möglich. Zudem hat das Bistum in der Vergangenheit bereits sechsstellige Summen an Abstandszahlungen für solche Projekte geleistet.“

Auch der Ortsvorsteher findet den Plan gut. „Eine Kinderbetreuung ist morgens und am Mittag. Mit Abendveranstaltungen im Saal würde es keine Kollisionen geben. Zudem ist das Gebäude so groß, dass für Ortsvereine in der ersten Etage und unter dem Dach viele neue Räume entstehen können“, erklärt Thomas Unold.

Ein Keller, zwei Etagen und zusätzlicher Raum unter dem Dach bieten im Ruppertshof die Möglichkeit, einen sehr großen und sogar einen Vorzeige-Kindergarten entstehen zu lassen, zumal es hinter dem Gebäude noch einen Außenbereich mit sehr großem Garten gibt.

„Das kann ein richtig toller Kindergarten in zentraler Lage in Auersmacher werden. Wir müssen uns in dieser Sache noch vom Landesjugendamt beraten lassen“, so Bürgermeister Stephan Strichertzüber ein langwieriges Ruppertshof-Projekt, dass am morgigen Freitag, mit einem unterzeichneten Notarvertrag zu einem wichtigen Teilerfolg kommen soll.