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Deutsche und Franzosen auf dem Jakobsweg

St. Arnual. Sie waren etwas erschöpft, als sie in der Cuisine Philipp in St. Arnual ankamen. Doch auf den Spuren der Jakobspilger hatten die 14 Saarländer und acht Franzosen aus der Region Burgund zwischen Biesingen und St. Arnual einiges erlebt und so gab es viel zu bereden. Genau das war die Absicht der Kursleiterin Huguette Ballschmiede

St. Arnual. Sie waren etwas erschöpft, als sie in der Cuisine Philipp in St. Arnual ankamen. Doch auf den Spuren der Jakobspilger hatten die 14 Saarländer und acht Franzosen aus der Region Burgund zwischen Biesingen und St. Arnual einiges erlebt und so gab es viel zu bereden. Genau das war die Absicht der Kursleiterin Huguette Ballschmiede. Sie leitet den Französischkurs der katholischen Erwachsenen-Bildungsstätte (KEB) und sie weiß: "Am besten lernt man eine andere Sprache, wenn man sich austauscht." Der Austausch zwischen Franzosen und Deutschen ist also der Schlüssel zum Erfolg bei ihren Kursen. Die nennt sie "Tandem-Kurse". Das bedeutet, dass sich jeweils ein Saarländer mit einem Burgunder befasst und umgekehrt. Und weil ihr ein Treffen pro Jahr nicht genügt, unternehmen die Tandempartner jetzt immer mehr miteinander. Im Vorjahr pilgerten sie in Burgund, in der Adventszeit ging's zum Weihnachtsmarkt nach Colmar. Und am vergangenen Wochenende ging es eben von Biesingen nach Saarbrücken. Eigentlich ging es schon in Blieskastel los. "Doch weil wir ja keine Wanderspezialisten sind, haben wir uns auf das kürzere Stück ab Biesingen geeinigt", so Ballschmiede. In Blieskastel gab es gleich ein Erlebnis, das in Erinnerung bleiben sollte. Kursteilnehmerin Marie-Claire Remoissenet schwärmt: "Dort sind wir am Freitag der ersten von zwei beeindruckenden Frauen begegnet." Gräfin Marianne von der Leyen, die den Kursteilnehmern unter anderem die Orangerie gezeigt hat. Klar, dass eine Fremdenführerin in das Kleid der Adeligen geschlüpft war. "Das wirkte absolut authentisch und kein bisschen gekünstelt", berichtet Annie Gallet noch immer beeindruckt. Die zweite beeindruckende Frau, so Remoissenet, sei Elisabeth von Lothingen gewesen. Auch die abwechslungsreiche Landschaft hat viele der Wanderer begeistert. Auch Sabine Schuler aus Gersweiler, eine der Saarländerinnen im Kurs. Sie wollte schon immer einmal auf Pilgerfahrten wandern, umso lieber packte sie jetzt die Gelegenheit beim Schopf, als der KEB-Kurs auf den Jakobsweg bat. Sie sagt selbstbewusst: "In der französischen Sprache bin ich relativ fit." Deshalb gehe es ihr bei einer solchen Unternehmung nicht darum, 1000 neue Wörter zu lernen: "Wichtiger ist es, dem Tandempartner die eigenen Eindrücke der Landschaft zu vermitteln." Die berühmte Schinkelkirche im malerischen Bischmisheim war am Samstag die vorletzte von mehreren Kirchen, die der Kurs besichtigt hat, am Sonntag wartete noch die St. Arnualer Stiftskirche auf die Pilger. Das einzige, was Remoissenet ein bisschen gestört hat, war, dass sie bei Ensheim kurz vom Original-Pilgerweg abweichen mussten: "Denn über diesen Weg führt jetzt die Landebahn des Flughafens." al