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Selbstbewusster dank Theaterspielen

Saarbrücken. In einem multikulturellen Projekt machen im Saarbrücker Theater im Viertel junge Flüchtlinge gemeinsam mit einheimischen Jugendlichen Theater. Es werden noch Teilnehmer gesucht. Kerstin Krämer

Lust auf Theater ? Auf ein multikulturelles Projekt mit Jugendlichen, bei dem keine Inszenierung im Vordergrund steht, sondern der Spaß an der Sache? Wo vor allem junge Leute aus benachteiligten Strukturen willkommen sind und man spielerisch seine sprachlichen Fähigkeiten trainieren kann? Dann jetzt rasch allen Mut zusammennehmen und anmelden! Denn für ein Theaterprojekt sucht das TiV (Theater im Viertel) noch etwa zehn junge Teilnehmer; egal, ob Jungs oder Mädchen. Bedingung: Sie müssen zwischen 16 und 18 Jahre alt und zuverlässig sein. Die Teilnahme ist kostenlos, Fahrtkosten werden sogar erstattet.

Mit dem Theaterprojekt "Begegnungen - Durchgangsverkehr" will das TiV junge Flüchtlinge mit hiesigen Jugendlichen zusammenbringen. Die Projektleitung hat der freie Schauspieler, Autor, Regisseur und Musiker Martin Huber, der theaterpädagogische Kompetenzen unter anderem aus seiner Arbeit für den Verein 2. Chance Saarland mitbringt.

Der Name "Begegnungen" ist Programm: "Die Inhalte werden zusammen mit den Teilnehmern entwickelt", erläutert Huber. Das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen kann dabei ein Thema sein, jeder soll eigene Erfahrungen einbringen dürfen. Huber: "Das Projekt läuft erst einmal bis Sommer, einen dezidierten Aufführungstermin gibt es noch nicht."

Denn bislang steckt der Durchgangsverkehr in der Entwicklungs- und Vertiefungsphase. Die organisatorischen Hintergründe sind kompliziert: Geldgeber ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das mit "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" ein bundesweites Programm initiiert hat. Einer von rund 35 großen Trägern ist der "Bundesverband Freier Theater ", kurz Buft, in dem auch das TiV und Martin Huber organisiert sind. Mit seinem Konzept "Tanz + Theater machen stark!" fördert der Buft Projekte mit bildungsbenachteiligten Jugendlichen. Voraussetzung ist die Bildung lokaler Bündnisse. Vor Ort ist das TiV nun saarlandweit der erste und einzige Träger, Antragsteller und künstlerische Partner. Pädagogischer Fachpartner ist das Diakonische Werk Saar, vertreten durch Verena Schmidt, sozialpädagogische Mitarbeiterin der Flüchtlings-Landesaufnahmestelle Lebach. Sie konnte junge Alleinreisende aus Afghanistan und anderen Ländern motivieren, an "Begegnungen" teilzunehmen; darunter einige Jugendliche, die im vergangenen Jahr bereits beim interkulturellen Theaterprojekt "Ayande" (einer Kooperation mit dem Café Exodus) mitgemacht haben. Dritter Partner ist die Bellevue-Schule mit Lehrern des Fachs Darstellendes Spiel.

Die drei afghanischen Jungs Ahmadi Mahdi, Ali Akbari und Khan Asef haben jedenfalls sichtlich Spaß, wie ein Probenbesuch zeigt - Sprachbarrieren werden humorvoll und mit vitalem Kauderwelsch gemeistert. Ahmadi Mahdi: "Das Theaterspielen hilft uns, selbstbewusster zu werden!"

Geprobt wird im TiV montags von 17.30 bis 19.30 Uhr. Interessenten können unverbindlich vorbeikommen. Kontakt: info@dastiv.de,(06 81) 390 46 02.