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Peter, der Große

Saarbrücken. „Sugar Baby“, „Diana“, „Kitty Cat“: Peter Kraus hatte am Dienstag in der Saarlandhalle die klassischen Hits mit im Gepäck. Aber es gab im flotten Programm auch die ein oder andere Überraschung. Tobias Kessler

Liegt es an guten Genen? An einem genialen Fitnessplan? Oder am kalorienschmelzenden Hüftschwung? Es bleibt wohl Peter Kraus ' Geheimnis, wie er mit seinen (seit gestern) 76 Jahren ein paar Dekaden jünger ausschaut. Kein Wunder also, dass zwei Damen im Pausengespräch anmerken: "Den würde ich auch mal gerne in der Sauna sehen."

Zu sehen war er am Dienstagabend in der gut gefüllten Saarlandhalle bei seiner Abschiedstournee - auch wenn Kraus aus dem Abschied keine große Sache macht und andeutet, es könne "eine seeeehr lange Tournee" werden; also schaut er vielleicht nochmal vorbei, mit seiner Lederjacke, auf deren Rücken sein Vorname prangt, liebevoll in Großbuchstaben eingenietet.

Es ist ein Abend vor allem der wohligen Nostalgie, des "Weißt Du noch?" und des "Kinder, wie die Zeit vergeht". Mit seiner exzellent eingespielten, elfköpfigen Band singt sich Kraus durch die Hits von einst, als man Kaffee und Kuchen auf Nierentischen abstellte und der Jungspund aus München mit Tolle und kreisender Hüfte den Rock'n'Roll bei uns heimisch machte - wenn auch in einer etwas gezähmteren Version als das Vorbild Elvis. Kraus, der Schelm, schreibt in der Saarlandhalle die Musikgeschichte ironisch neu, nennt Presley "den Ami, diese Schmalzlocke", die ihn nachgeahmt habe, und zollt dem "King" dann Tribut mit einem Medley zwischen "Heartbreak Hotel" und "Viva Las Vegas". Gerade dieses Medley wirkt eher pflichtschuldig denn inspiriert. Interessanter sind Kraus' Stücke aus dem neuen Album "Zeitenwende", für das er Hits von heute im Sound der 50er eingespielt hat. So lässt er auf der Bühne Tim Bendzkos "Nur noch kurz die Welt retten" flott und überraschend swingen, "Applaus Applaus" von Sportfreunde Stiller gerät zu elegantem Pop.

Am freudigsten folgt ihm das Publikum bei der Reise in die Vergangenheit, als, wie Kraus erzählt, "die Schlüpfer auf die Bühnen flogen". Heute segelten auch noch ein paar in seine Richtung, sagt er, "aber die sind um einiges größer als damals". Von damals stammen die Szenen auf der Leinwand am Bühnenhintergrund: Kraus in Filmen mit Heinz Ehrhardt, Heinz Rühmann , natürlich Partnerin "Conny" Froboess und sogar Hans Albers - eine andere Ära der Unterhaltungskunst.

Dass Kraus immer noch da ist und Hallen füllt, freut ihn sichtlich. Und er feiert das mit "Sexy Hexy", "Schuld war nur der Bossa Nova", Paul Ankas "Diana", sehnsüchtig liebeskrank vorgetragen, und einem nostalgieseligen Finale: Bei "Sugar Baby" und dem elefantösen Status-Quo-Klassiker "Rockin' all over the world" drängen Damen scharenweise zur Bühne (das Schlüpfer-Werfen bleibt aber aus). Am Ende erleben Kraus und die Fans die kollektive Gänsehaut: Die Edelschnulze "Schwarze Rose, Rosemarie" erklingt in kleiner Besetzung, und die Halle summt, singt und raunt mit. Ein erhabener Moment.