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Saarbrückens Bäder mal wieder im Visier

Saarbrücken. In Saarbrücken ist Geld knapp. Im Saarland auch. Martin Junkernheinrich, Gutachter des Landes, empfiehlt, Bäder zu schließen. Die SZ wollte wissen, wie viel Saarbrücken ohne Bäder sparen könnte. Joel Baronsky

Endlich lacht wieder mal die Sonne. Die ersten Saarbrücker träumen schon vom Kopfsprung ins kühle Blau des Totobades - da taucht wieder das Gespenst der Bäderschließung auf. Auslöser ist das Spargutachten des Kaiserslauterer Professors Martin Junkernheinrich, der im Auftrag der Landesregierung herausfinden sollte, wo die saarländischen Kommunen sparen können. Und siehe da: Er brachte die Bäder ins Gespräch.

Laut Junkernheinrich macht ein durchschnittliches saarländisches Bad pro Jahr zwischen 500 000 und 800 000 Euro Miese. Und Rainer Hück, Prokurist der Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken (BBS), sagte der SZ, dass die fünf Saarbrücker Bäder - pro Jahr und Bad - im Schnitt rund 600 000 Euro Defizit einfahren, also jährlich zusammen rund drei Millionen Euro. Wie viel Miese jedes einzelne Bad macht, lässt sich laut Hück nicht feststellen.

Allerdings hatte sich die Stadt 2013 ein Bädergutachten machen lassen - von der GMF, der Muttergesellschaft des Calypso-Betreibers Vivamar. Und die GMF stellte fest: Das Schwarzenbergbad (Totobad) ist das am wenigsten unrentable Bad der Stadt, gefolgt vom Fechinger Kombi-Bad. Die GMF schlug einen Teilabriss des Alsbachbades vor sowie die Schließung des Freibades Dudweiler . Vor allem Letzteres sei - mit 9,61 Euro Zuschuss pro Gast - äußerst unrentabel.

Ein bundesweiter Vergleich zeigt: Mit seinen fünf Bädern - den Freibädern auf dem Schwarzenberg (Totobad) und in Dudweiler , den Kombibädern in Fechingen und Altenkessel sowie dem Hallenbad Dudweiler (Dudobad) - leistet sich Saarbrücken in etwa das Gleiche wie viele andere Städte mit ähnlicher Einwohnerzahl.

Mainz hat ebenfalls fünf Bäder. Eines davon betreibt ein Schwimmverein in Eigenregie. Kassel unterhält vier Bäder. Ludwigshafen hat nur drei aber dafür noch einen öffentlichen Baggersee.

Im Regionalverband kommen neun weitere Hallen- und Freibäder hinzu. Außerdem ergibt der Städtevergleich: Die Eintrittspreise der Saarbrücker Bäder sind verhältnismäßig niedrig.

Hauptursache für die hohen Defizite sind allerdings nicht die niedrigen Eintrittspreise , sondern die hohen Betriebskosten. Die größten Anteile daran haben nicht nur Heizung und Belüftung eines Bades. Vor allem die Wasserreinhaltung, die bei mindestens einer Million Liter Wasser pro Schwimmbecken schwer wiegt, und die hohen Personalkosten, die ein Bad mit sich bringt, schlagen schwer zu Buche.

Nun sind die öffentlichen Bäder nicht erst seit dem Junkernheinrich-Gutachten Diskussionsgegenstand. Schon seit Jahren ist die Finanznot der Kommunen bekannt, die unter anderem dazu geführt hat, dass Investitionen in neuere, deutlich energieeffizientere Bädertechnik ausblieben. Die hohen Energiekosten haben hohe Defizite zur Folge, die weiter die Kassen der Kommunen belasten. Die interkommunale Zusammenarbeit und Zusammenlegung von Bädern gilt daher als Lösungsansatz.

Die Besucherzahlen der Schwimmbäder waren zuletzt bundesweit auf Tauchgang. In Berlin sind seit der Jahrtausendwende knapp 40 Prozent der Badegäste verloren gegangen. So deutlich ist die Statistik zu Saarbrückens Bädern nicht. Zwischen den Jahren sind zwar Schwankungen zu erkennen. Diese sind jedoch neben den vorübergehenden Schließungen des Fechinger, Alsbach- und des Dudobades auch witterungsbedingt. Trotz allem gehen die Zahlen in der Tendenz zurück. Seit 2004 waren durchschnittlich 456 000 Besucher jährlich in den Saarbrücker Bädern. Stärkstes Jahr stellte hierbei 2005 dar. Am wenigsten Besucher wurden 2008 verzeichnet.

Trotzdem bleibt Schwimmen ein Volkssport. Das belegen etwa 7000 Bäder in Deutschland, die im Jahr bis zu 600 Millionen Besucher zählen. Alarmierend ist allerdings, dass laut DLRG rund 34 Prozent der Kinder nicht richtig schwimmen können.