Lebenshilfe Saar feiert 50. Geburtstag auf dem Halberg

Seit einem halben Jahrhundert setzt sich die Lebenshilfe im Saarland für Menschen mit Behinderung ein. Am Wochenende wurde diese Arbeit bei einem Festakt gewürdigt. Auch hoher Besuch auch Berlin war vertreten.

In der grausamen NS-Zeit wurden Behinderte noch verfolgt und versteckt - heute dagegen setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass man von Behinderten auch lernen kann. "Man nimmt viel mit für das eigene Leben, wenn man sieht, wie Behinderte mit ihren Problemen umgehen", sagte Bernhard Müller, Landesvorsitzender der Lebenshilfe Saarland, am Freitag beim Festakt zum 50. Geburtstag der Lebenshilfe Saar. Bis auf den letzten Platz gefüllt war das Konferenzgebäude des Saarländischen Rundfunks (SR) in Saarbrücken , wo die Hilfsorganisation für Behinderte ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Die einst vom Niederländer Tom Mutters gegründete Lebenshilfe-Organisation betreut derzeit im Saarland etwa 6000 Menschen mit geistiger oder mehrfach schwerer Behinderung. "Die Würde jedes einzelnen Menschen mit Behinderung steht für das Recht auf Würde jedes Menschen, ob alt, arbeitslos oder Flüchtling", mahnte die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und frühere Bundesministerin Ulla Schmidt (SPD ). Den Saar-Landesverband der Lebenshilfe mit neun Orts- und Kreisvereinigungen, 3600 Einzelmitgliedern sowie 80 Einrichtungen und Angeboten lobte sie als beispielgebend mit seinem schlanken Team und den vielen ehrenamtlichen Helfern. Zum Jubiläumsfestakt kamen auch der frühere SPD-Landeschef und Saar-Innenminister Friedel Läpple als einer der Gründerväter der Organisation auf Landesebene sowie der Ehrenvorsitzende Franz Rudolph Kronenberger. Musikalisch umrahmt wurde die Feier mit originellen Rhythmen des eigens gegründeten Lebenshilfe-Azubi-Chors, der dafür viel Applaus des Publikums aus Mitgliedern, Politikern, Ehrengästen und Behinderten mit Familienangehörigen bekam. Zum Spektrum der Lebenshilfe gehören Kindertagesstätten, Frühförder- und Arbeitsstellen für Integrationspädagogik, Förderschulen, Beratungsstellen, Freizeit- und Jugendhilfeangebote, Familien entlastende Dienste sowie differenzierte Wohnangebote. In den Werkstätten der Lebenshilfe , die ihre Geschäftsstelle seit September 2015 in Neunkirchen hat, arbeiten zudem 2000 Menschen mit Behinderung. "Wir haben inzwischen schon die erste Generation von Rentnern geistig Behinderter", sagte Schmidt. Zum umstrittenen Bundesteilhabegesetz sagte Schmidt: "Darin steht, dass die Werkstätten erhalten bleiben." Die Finanzierung müsse allerdings noch geklärt werden.

Saar-Sozialministerin Monika Bachmann (CDU ) teilte mit, nach einer Studie der Landesregierung müssten in den nächsten zehn Jahren noch mindestens 630 neue bedarfsgerechte Wohnungen für Behinderte im Saarland geschaffen werden. Lebenshilfe-Vorsitzender Müller resümierte: "Wir haben viel erreicht. Aber wir müssen noch mehr Mitstreiter gewinnen für Menschen mit Behinderungen. Die dürfen keine Verlierer sein."