Im Samba-Schritt in die Hochschule

Beim Festakt in der Neuen Gebläsehalle gab es viele Glückwünsche für die Stadt Neunkirchen als Hochschulstandort. Die Landrätin schenkte der Akademie einen Pistazienbaum – ein Symbol für Wachsen und Ernten.

Gestern Nachmittag so um 5 Uhr mag mancher Autofahrer und Fußgänger in der Neunkircher Innenstadt die Ohren gespitzt und die Augen scharf gestellt haben: Zu Samba-Trommeln zog eine meist gut bis sehr gut gekleidete Menschenschlange durch die Straßen. Ziel: Die ASW Berufsakademie Saarland, die ihren früheren Standort St. Ingbert im Dezember aufgegeben hatte und nach Umbauarbeiten im Januar ins ehemalige Verwaltungsgebäude der Saarstahl AG hinterm Spitzbunker eingezogen war (wir berichteten). Start war an der Neuen Gebläsehalle; von dort hatte die Gruppe Samba O'Leck die Festgesellschaft abgeholt. Denn hier auf großer Bühne hatte die Einweihungsfeier der ASW Berufsakademie Saarland stattgefunden. Ein Festakt mit geladenen Gästen, Rede der Ministerpräsidentin, Grußworten des Neunkircher OB, der Landrätin des Landkreises Neunkirchen, Vertretern der ASW und von Saarstahl. Musikalisch gefielen Marco Messina und Freunde (Klavier, Saxophon, Bass, Schlagzeug, Gesang), die extra zu diesem Anlass zusammenfanden.

Die ASW als Einrichtung gibt es seit 1991. Sie bietet so genannte duale Studiengänge an - in Betriebswirtschaft, Maschinenbau, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurswesen. Eine Verbindung aus Theorie (Bachelor-Abschluss) und Praxis (Ausbildung-Vertrag mit einem Unternehmen). Derzeit studieren etwa 550 Frauen und Männer an der ASW. Rund 220 Unternehmen aus der Region umfasst das Netzwerk.

Er sei "dankbar und auch ein bisschen stolz", sagte Oberbürgermeister Jürgen Fried. Er hatte sich stark dafür eingesetzt, die ASW nach Neunkirchen zu holen und damit aus Neunkirchen einen Hochschulstandort zu machen. Jeder Verwaltungschef sei froh, Studierende in seiner Stadt zu haben, so Fried weiter, und er setze auf Impulse aus dieser Partnerschaft.

Eine Hochschule in Neunkirchen, das sei "die Verwirklichung eines kommunalen Traumes", sagte auch Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider. "550 junge Leute - das tut der Stadt gut." Als Geschenk für die Akademie brachte die Landrätin einen Pistazienbaum mit: "Ein Symbol". Pflanze bedeute wachsen und Früchte bringen. Das wünsche sie auch der ASW.

"Die Berufsakademie ist eine Bereicherung für die Region Neunkirchen, die Stadt Neunkirchen und auch für die Perspektiven der ASW", unterstrich Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Das Angebot der ASW sei attraktiv, halte junge Menschen hier im Land, könne aber auch andere für eine Ausbildung ins Saarland holen. Und die Landesmutter direkt an die Studierenden: "Wir brauchen Sie hier und wir sind froh, dass wir Sie hier haben."

Gut 20 Minuten dauerte der Festzug über wenige hundert Meter von der Gebläsehalle zur Berufsakademie - immerhin waren Ampeln und ein Schlussanstieg zu bewältigen. Doch die Sonne lachte dem angekündigten Regen zum Trotz und oben warteten Häppchen, Erfrischungen, Gesprächspartner sowie Einblicke ins Innenleben der Akademie.