Gemeinschafts-Projekt für Alt und Jung

Der Verein Galia strebt lebendige, zur gegenseitigen Hilfe bereite Hausgemeinschaften an. Das zweite Projekt auf dem Rastpfuhl, ein Mietshaus mit 31 Wohnungen, ist im Rohbau. Gesucht werden noch junge Mitbewohner.

Als Christa Altmeyer neulich von einem Krankenhausaufenthalt in ihre Wohnung auf dem Rastpfuhl zurückkehrte, wurde sie an der Tür von einem Blumenstrauß und einer Karte willkommen geheißen. "Schön, dass Du wieder da bist", stand drauf. Absender war die Hausgemeinschaft in der Eifelstraße.

16 Eigentumswohnungen gibt es in dem 2013 fertiggestellten Haus, das sogar vom Bund mit einer fünfstelligen Summe gefördert worden war und viel Aufmerksamkeit erzeugt. Es handelt sich um ein Gemeinschaftswohnprojekt, bei dem die Anteilseigner sich von Beginn an kennen und bewusst Nähe und Kontakt suchen. Organisiert sind sie in einem Verein namens Galia, das steht für "Gemeinsam aktiv leben im Alter". Die Idee ist, dass alle von der Hausgemeinschaft und der Nachbarschaft profitieren können. Jeder verfügt über eine selbstbestimmte abgeschlossene Wohnung, das Haus hat aber auch einen großen zentralen Gemeinschaftsraum, der von allen genutzt werden kann. "Einzeln und frei sein wie ein Baum und geschwisterlich wie ein Wald", beschreibt Galia-Vorstandsmitglied Uschi Küster das Motto des Zusammenlebens.

Galia hat bereits ein zweites gemeinschaftliches Projekt auf dem Rastpfuhl in Angriff genommen. Im Knappenroth entsteht durch einen privaten Bauherren ein Haus mit 31 Wohnungen unterschiedlicher Größen. Im Sommer soll es bezugsfertig sein. Zwei Drittel der Wohnungen sind nach Auskunft des Vereins vergeben. Anders als beim ersten Bau werden die Einheiten nicht verkauft, sondern vermietet, 8,50 Euro plus Nebenkosten soll der Quadratmeterpreis betragen. Die künftigen Mieter, soweit sie sich schon gefunden haben, sind meist im Alter von 55 plus, Singles und Paare, denen ihre Häuser und Grundstücke in den Gemeinden des Regionalverbandes zu groß geworden sind. Sie wollen verkaufen und sich in Citynähe niederlassen, mit Aussicht auf intakte Nahversorgung, Hilfe im Bedarfsfall, gute Kontakte und, siehe das Eingangsbeispiel, Gesten, die glücklich und fröhlich stimmen. Theaterpädagogin Ulrike Gräff, Anwärterin auf eine Wohnung, ist sicher, dass das Modell alltagstauglich ist. "Ich komme aus der 68er-Wohngemeinschaftsbewegung, was damals ging, sollte, mit den Weisheiten des Alters ausgestattet, erst recht gehen", schmunzelt sie.

Gern hätten die Initiatoren noch mehr junge Leute im Haus. Die könnten großen Nutzen ziehen, schließlich gebe es genug Bewohner, die stundenweise auf Kinder aufpassen, Examensarbeiten korrigieren oder Klavierunterricht erteilen könnten.

Infoveranstaltung an diesem Samstag, 7. Februar, 14 Uhr, Treffpunkt Eifelstraße 13.