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Feuerwerks-Experte: Je stärker das Kaliber, desto besser die Effekte

Feuerwerks-Experte: Je stärker das Kaliber, desto besser die Effekte

Morgen startet der Verkauf von Silvesterfeuerwerk an Personen ab 18 Jahren. Die SZ gibt vorab einen Überblick über die diesjährigen Trends.

Durch einmaliges Zünden ein komplettes kleines Feuerwerk auslösen und dann entspannt zuschauen - das wollen immer mehr Deutsche. Deshalb würden Batterien und Verbundartikel auch zum bevorstehenden Jahreswechsel weiter voll im Trend liegen, so Oliver Wetzstein von "Drumm Fireworks & Laser". Die saarländische Firma vertreibt Produkte verschiedener Hersteller. "Inzwischen gibt es Batterien mit einer Brennzeit von bis zu drei Minuten", so der Pyrotechniker. Prinzipiell gelte: Je stärker das Kaliber ist, desto besser seien die Effekte. So feuert zum Beispiel die Neuheit "Power Line" aus Röhren von bis zu 30 Millimeter Durchmesser 1180 Gramm Explosivmasse 45 Meter in den Nachthimmel. Und die Batterie "Time Trap" kombiniere gefächerte und gerade Schüsse zu einem fast kompletten Feuerwerk.

Mit Preisen zwischen 50 und 150 Euro sind solche Verbundartikel allerdings nicht gerade billig. Aber es gebe in diesem Jahr auch einige neue, kleine Batterien , die zwischen 3,50 und 6,50 Euro kosten würden und für ihre Preisklasse sehr gut seien. Diejenigen, die Feuerwerk nur kaufen würden, weil es einfach zu Silvester gehört, würden normalerweise in den Discounter oder den Baumarkt fahren und dafür durchschnittlich 30 bis 60 Euro ausgeben. "Wer dagegen genau wissen möchte, was aus einem Artikel rauskommt oder konkrete Effekte wünscht, kommt in den Fachhandel ", sagt Wetzstein. Wer richtig Spaß am Feuerwerk habe, gebe im Fachhandel dafür durchschnittlich zwischen 110 und 120 Euro aus. Einige Kunden legen dafür sogar 500 bis 600 Euro hin, berichtet der Pyrotechniker. Interessant sei zudem, dass die Käufer quer durch alle sozialen Schichten reichen und diejenigen mit einem niedrigen Einkommen sogar eher mehr Geld ausgeben würden. Denjenigen, die möglichst lange Spaß haben wollen, empfiehlt er die klassischen Knaller. Wer nur ein Mal zünden möchte, sollte zu einer Batterie mit langer Brenndauer greifen.

Vorlieben für spezielle Feuerwerkskörper ließen sie bei den Saarländern nicht ausmachen. Grundsätzlich aber sei zu beobachten, dass Vulkane wieder im Kommen seien. Die bereits seit dem Barock eingesetzten Effekte werden heute in XXL-Größe zum Beispiel als 51 Zentimeter hoher "Tower" mit einer Maximalladung von 250 Gramm und einer Sprühhöhe von sechs Metern sowie in kombinierten Vulkan-Fächer-Batterien verwendet. Der Verkauf von Kinderartikeln der Klasse eins sei bis auf Knallerbsen dagegen in den vergangenen Jahren stark zurück gegangen. Und während die Hochphase von Wunderkerzen in Deutschland lange vorbei sei, würden diese von französischen Kunden weiterhin gerne genommen.

Von der Bestellung pyrotechnische Produkte über das Internet raten Experten ab. Wer es dennoch tut, sollte genau darauf achten, dass die deutschen Bestimmungen eingehalten werden und die Waren unter anderem das CE-Zeichen tragen. Sonst drohe ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

Die Feuerwerks-Neuheiten 2016 verschiedener Hersteller werden auch am 29. Dezember, ab 18 Uhr bei einem Vorschießen vor der Saarlandhalle Saarbrücken vorgestellt.