So leuchtet der Himmel an Silvester

Böller, Kracher, Lichtfontänen: An Silvester erhellen wieder jede Menge Feuerwerke den Himmel. Ihre Herstellung hat nur wenig mit Zauberei, dafür umso mehr mit Chemie zu tun. Und mit Getreide.

Von der traditionellen Rakete bis zum modernen Verbundartikel: Das Sortiment an Silvester-Feuerwerkskörpern, die es ab heute im Handel gibt, wird immer größer. Doch egal, von welchem Hersteller sie stammen - die Grundprinzipien, nach denen die Produkte gefertigt werden, sind stets gleich. Feuerwerke sind keine Zauberei , sondern reine Chemie.

"Grundbestandteil in allen Effekten ist Schwarzpulver", erklärt Oliver Wetzstein von der Firma "Drumm Fireworks & Laser" in Wadgassen. Für die Effekte von Raketen und sogenannten Bombetten seien immer Leuchtkugeln verantwortlich. Um diese herzustellen, werden Reis oder andere Getreidearten als Trägermaterial verwendet, so der Pyrotechniker. Die Körner werden in eine Trommel gegeben, die mit einer Waschmaschine vergleichbar ist. Damit die Feuerwerks-Chemikalien an ihnen haften, werden die Kugeln befeuchtet und anschließend getrocknet.

Zu dem Stoffgemisch gehören neben Schwarzpulver auch verschiedene Salze, die für die Farben der Effekte verantwortlich sind. Bei Leuchtkugeln, die ihre Farbe verändern, werden die beschriebenen Arbeitsgänge in der Trommel mit dem jeweiligen Salz wiederholt. Für Spezial-Effekte sorgen Zusätze wie Eisenspäne, die goldenen Schweif erzeugen, oder Magnesium für helles Licht.

Ob Batterien oder Raketen - Leuchtfeuerwerk bestehe grundsätzlich aus einer Treib- und Ausstoß- sowie einer Effekt-Ladung, erklärt Wetzstein. Während bei einer klassischen Rakete die Kugeln lose und ungeordnet in den Kopf gefüllt werden und die Funken in alle Richtungen sprühen, sieht das bei modernen Kugelbomben anders aus: So wie die Kügelchen platziert werden, entzünden sie sich auch und erzeugen dadurch symmetrische Formen. Auch die Produktion der in Kometenrohre verwendeten, gepressten Sterne sei mit der von Leuchtkugeln vergleichbar, berichtet der Pyrotechniker.

Batterien bestehen dagegen aus mehreren einzelnen Papp rohren. Beim Anzünden wird zuerst der Treibsatz in dem Rohr entflammt, der die Effektladung bis zu 50 Meter hoch auswirft und zur Zündung bringt. "Die Batterien der wichtigsten Hersteller werden überwiegend nach der deutschen Qualitätssicherung in China hergestellt", versichert Wetzstein.

Für die Herstellung von Knallern werde in Deutschland hauptsächlich Schwarzpulver verwendet, das gepresst und mit mehreren Pappschichten umwickelt werde. Beim Entzünden komme es zum Druckabbau und damit zum Knall. In diesem Zusammenhang warnen Experten vor illegalen Importen. Eine deutsche Bedienungsanleitung und ein CE-Zulassungskennzeichen mit Registriernummer gehören zudem zu den Mindestanforderungen, die beim Kauf eines "sicheren Feuerwerks" erforderlich seien. Wetzstein weist darauf hin, dass die Herstellung und die Veränderung pyrotechnischer Gegenstände in Deutschland gesetzlich verboten sind.

"Finger weg von selbstgebasteltem Feuerwerk", warnt auch Paul Hahn, Leiter der Abteilung vorbeugender Brandschutz der Berufsfeuerwehr Saarbrücken . Die Gefahren, die dabei entstehen könnten, seien oft nicht einschätzbar. Zudem komme es immer wieder zu Unfällen mit Personen- und Sachschäden.
Diese Raketen und Böller sind in diesem Jahr besonders gefragt

Batterie- und Verbund-Feuerwerke, die mehrere Effekte abfeuern, liegen laut dem Verband der pyrotechnischen Industrie weiterhin im Trend. "Die Produkte werden immer größer", sagt Oliver Wetzstein vom Verband. So bestehe ein Feuerwerk aus bis zu 13 Batterien im Verbund. Durch das einmalige Anzünden werden in knapp zwei Minuten über 200 Schuss abgegeben.

Laut Wetzstein gibt es aber auch zunehmend kleine Batterien, die zwischen zehn und 15 Euro kosten. Zudem sei eine Tendenz zu leiserem Feuerwerk mit sogenannten römischen Lichtern, also nacheinander aufsteigenden Leuchtkugeln, erkennbar. Aber auch komplette Batterie-Serien mit lauten Knalleffekten, die an ein Wetterleuchten erinnern, seien neu hinzugekommen. Andere Produkte würden verschiedene Kaliber kombinieren. Allgemein gehe der Trend aber hin zu Großfeuerwerks-Effekten mit immer stärkerem Material.

Viele Neuheiten präsentieren mehrere Hersteller heute um 18 Uhr beim sogenannten Vorschießen auf dem Saarbrücker Messegelände.