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Bliesgau soll als Naturregion erhalten bleiben

Auf Einladung von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (vorne Mitte) waren in der Saarbrücker Staatskanzlei zu Gast: (von links) Stephan Schepp-Weyrich, Bernhard Kraus, Doris Jung, Hannelore Eschenbaum, Alois Ziel, Axel Kammerer, Jürgen Klingler, Roswitha Feld, Kerstin Moschel-Haenle, Beate Loschky, Manfred Adolph und Werner Pilhofer. Foto: Staatskanzlei des Saarlandes
Auf Einladung von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (vorne Mitte) waren in der Saarbrücker Staatskanzlei zu Gast: (von links) Stephan Schepp-Weyrich, Bernhard Kraus, Doris Jung, Hannelore Eschenbaum, Alois Ziel, Axel Kammerer, Jürgen Klingler, Roswitha Feld, Kerstin Moschel-Haenle, Beate Loschky, Manfred Adolph und Werner Pilhofer. Foto: Staatskanzlei des Saarlandes FOTO: Staatskanzlei des Saarlandes
Saarbrücken. Über 3500 Unterschriften beinhaltet die Petition, die an die Ministerpräsidentin übergeben wurde. Sie richtet sich gegen die Etablierung der industriellen Windenergie und gegen den industriellen Tagebau in Rubenheim. Joachim Schickert

Auf Einladung von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer gab es jetzt ein Treffen mit fünf Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften aus dem Biosphärenreservat Bliesgau. Diese Initiativen hatten im Februar eine gemeinsamen Resolution für den Erhalt des Bliesgaus als konsequente Naturregion an die Landesregierung gerichtet.

Darin wandten sie sich "gegen die Etablierung der industriellen Windenergienutzung und gegen den industriell betriebenen Tagebau in Rubenheim". Wie die Bürgerinitiativen mitteilen, hätten sie in der Staatskanzlei unter anderem darauf hingewiesen, dass sowohl die Kommunen im Biosphärenreservat als auch das Saarland von einem aufblühenden Natur- und Gesundheitstourismus nur profitieren könne, da immer mehr Besucher von der artenreichen Naturlandschaft des Reservats angezogen würden. "Mit gigantischen Industrieanlagen, wie sie die zirka 200 Meter hohen Windenergieanlagen zweifellos darstellen, sowie mit einem überdimensionierten Tagebauprojekt wird ohne Not touristisches Potenzial und somit wertvolles Kapital verspielt", heißt es in einer Presseerklärung. Dies zeigten die Erfahrungen in anderen Regionen und eine wissenschaftliche Studie, die einen Rückgang der Besucherzahlen um 26 Prozent prognostiziere. Weiterhin könne es der Landesregierung sowie den Bliesgaukommunen nicht gleichgültig sein, dass die Menschen in den vom Tagebau und den geplanten Windenergieanlagen betroffenen Ortschaften diesen Projekten nach wie vor mehrheitlich ablehnend gegenüber stünden. Die Unesco weise ausdrücklich darauf hin, dass derartige Projekte in Biosphärenreservaten "von der Mehrheit der ortsansässigen Bevölkerung befürwortet" werden sollten, so die Bürgerinitiativen . Die fünf Initiativen überreichten der Ministerpräsidentin über 3500 Unterschriften einer Online-Petition. Diese sei von der IG Biosphäre initiiert worden und wende sich gegen "die Errichtung bereits genehmigter Windenergieanlagen auf einer sehr windschwachen und vor allem für den Vogelschutz wertvollen Fläche bei Webenheim". Gleichzeitig fordere die Petition den Erhalt des gesamten Bliesgaus als konsequente Naturregion. Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer versprach, die Anliegen ins Kabinett einzubringen, wie die Staatskanzlei gegenüber unserer Zeitung bestätigte.