Fußball : Aus SV Bübingen wird SV 19 Bübingen

Im Meerwaldstadion gehen die Lichter nicht aus: Nach der Insolvenz und der damit verbundenen Auflösung des Fußball-Vereins soll am 15. April ein neuer Club gegründet werden. Dessen Vorsitzender will der 27 Jahre alte Tobias Hauer werden.

Entspannt, gut gelaunt und mit viel Vorfreude spaziert Tobias Hauer mit seinem Hund Lil’ Grey im Bübinger Meerwald rund um den Sportplatz. „Ich weiß, dass in nächster Zukunft viel Arbeit auf uns zukommt. Aber ich freue mich darauf. Es ist ein Neubeginn, wir fangen bei Null an“, sagt der 27-Jährige. Er soll der Vorsitzende des neuen Fußball-Clubs SV 19 Bübingen werden.

Am Freitagabend kamen 60 Interessierte zu der Informations-Veranstaltung ins Clubheim im Meerwaldstadion. Michael Grenwelge, der Vorsitzende des insolventen SV Bübingen, erklärte die Fehler, die gemacht wurden. Und warum es aus finanzieller Sicht keine Alternative zur Auflösung des SV Bübingen gibt. Im 110. Jahr seines Bestehens muss der Club aufgeben. Doch Trübsal blasen war nur ein kleiner Teil der Versammlung. Der Blick geht in die Zukunft. Der Ball soll in Bübingen wieder rollen. Am Montag, 15. April, um 19 Uhr ist die Gründungsversammlung für den neuen Club. Der soll SV 19 Bübingen heißen.

„Das Interesse auf der Info-Veranstaltung war groß. Die Menschen wollen, dass in Bübingen weiter Fußball gespielt wird. Das ist eine zusätzliche Motivation“, sagt Hauer. Grenwelge kündigte an, aus gesundheitlichen Gründen kein Amt im Vorstand des neuen Vereins zu übernehmen, aber mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Für Hauer war die Entscheidung, den neuen Verein anzuführen, keine Hauruck-Entscheidung. „Ich habe mich im vergangenen Jahr schon mit unseren neuen Aktiven-Trainern Marc Becker, Ricardo Becker und Sebastian Fay getroffen und über die Zukunft gesprochen. Dass ich im Vorstand ein Amt übernehme, war klar. Dass ich mir das Amt des Vorsitzenden vorstellen kann, kam in den vergangenen Wochen“, erzählt der Polizist, der seit seinem vierten Lebensjahr dem SV Bübingen angehört.

Nach einem Kreuzbandriss im Jahr 2012 hat Hauer seine Fußballer-Schuhe an den Nagel gehängt. Er konzentrierte sich auf seine Schiedsrichter-Laufbahn. Mit Erfolg: Der 27-Jährige zählt zu den bestens Schiedsrichtern im Saarland, pfeift in der Oberliga und steht in der Regionalliga als Assistent an der Seitenlinie. Im Förderverein der Schiedsrichter-Gruppe Obere Saar ist er seit drei Jahren Geschäftsführer. „Mir machen diese Aufgaben einfach Spaß. Wir werden im neuen Verein einen Vorstand haben, der mit dem alten nicht mehr so viel zu tun hat. Das ist auch wichtig, wenn man neue Wege gehen möchte“, sagt Hauer.

33 Spieler haben für die kommende Saison zugesagt. Es soll zwei Mannschaften geben, die in der Kreisliga A starten. Mit Adalbert Strauß, Spielausschuss-Vorsitzender des Saarländischen Fußball-Verbandes, hat Hauer telefoniert, um alles ordnungsgemäß anzumelden, damit in der kommenden Saison im Meerwaldstadion wieder Fußball gespielt werden kann. „Wir wollen in erster Linie mit Bübinger Jungs Fußball spielen und zu einem Verein werden, in dem jeder Spaß hat und der Zusammenhalt zählt“, sagt der 27-Jährige. Am 15. April soll das neue Fußball-Zeitalter in Bübingen beginnen. In einem neuen Verein. Mit neuer Führung, keinen Schulden, keinem Vermögen. Mit Null Mitgliedern, aber viel Motivation.

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