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Masters-Turnier des SV Bübingen
Budenzauber mit einem komischen Gefühl

Während der SV Bübingen 2017 beim eigenen Turnier enttäuschte, feierten die Spieler des SV Bliesmengen-Bolchen ausgelassen nach ihrem 4:3-Sieg im Endspiel gegen Saar 05 Saarbrücken.
Während der SV Bübingen 2017 beim eigenen Turnier enttäuschte, feierten die Spieler des SV Bliesmengen-Bolchen ausgelassen nach ihrem 4:3-Sieg im Endspiel gegen Saar 05 Saarbrücken. FOTO: Thomas Wieck
Bübingen. Der von der Insolvenz bedrohte SV Bübingen darf nach dem Rückzug aus der Saarlandliga bei seinem eigenen Masters-Turnier nicht mitspielen. Die Veranstaltung ist für den Verein aber sehr wichtig. Von Philipp Semmler

Der SV Bübingen und Hallenfußball – das passte gut zusammen. Bei Qualifikationsturnieren zum Volksbanken-Hallenmasters zählte der einstige Saarlandligist oft zu den Titelkandidaten. Und sechsmal qualifizierte sich der SV zwischen 2008 und 2016 für das Masters-Endturnier. Qualifikationspunkte holte er oft auch beim eigenen Turnier. Doch in diesem Winter ist alles anders. Zwar veranstaltet der SV Bübingen wieder ein Qualifikationsturnier. Mitspielen wird er nicht. Denn nachdem der SV Bübingen sich im Herbst vom Spielbetrieb der Saarlandliga zurückzog, darf der Verein erst im kommenden Sommer wieder eine Mannschaft melden.


„Das wird schon ein komisches Gefühl sein, wenn kein Team von uns auf dem Feld steht“, sagt der Vorsitzende Michael Grenwelge vor dem an diesem Samstag, 8. Dezember, in der Sporthalle Brebach beginnenden Epppers-Cup (siehe Infokasten): „Wir sind aber froh, dass viele Mannschaften mit dabei sind, obwohl wir nicht auf deren Turniere können.“ Beim eigenen Turnier muss der SV Bübingen Geld einnehmen. Der von Insolvenz bedrohte Club braucht jeden Euro. Unter anderem sorgten Nachforderungen der Knappschaft und der Berufsgenossenschaft (BG) für die finanzielle Schieflage beim SV.

„Mit den Einnahmen aus dem Hallenturnier werden wir laufende Kosten decken“, sagt Grenwelge: „Die Rate für unseren Kunstrasenplatz muss bedient werden. Auch wenn wir derzeit kein Aktiven-Team haben. Zudem fallen Kosten für Strom und Wasser im Clubheim an.“ Diese Kosten muss der Verein stemmen, obwohl er seit dem Rückzug aus der Saarlandliga nur noch wenige Einnahmen zum Beispiel durch das Clubheim hat. Deshalb ist das Hallenturnier wichtig für den Club.



Um die drohende Insolvenz abzuwenden, strebt der SV Bübingen einen außergerichtlichen Vergleich mit seinen Gläubigern an. 100 000 Euro Schulden haben sich angehäuft. Mindestens ein Viertel der Summe braucht der Verein, damit der Anwalt außergerichtlich mit den Gläubigern in Verhandlungen einsteigen kann. Um Geld hierfür zu sammeln, wurde ein Treuhandkonto eingerichtet, auf das Sponsoren und Gönner einzahlen können, um den Verein zu retten. „Wir haben beschlossen, am 14. Dezember zu schauen, wie es auf dem Treuhandkonto aussieht. Wenn alle eingezahlt haben, die uns mündlich Hilfe zugesichert haben, bin ich optimistisch, dass wir den angestrebten außergerichtlichen Vergleich hinbekommen“, erklärt Grenwelge.

„Ein Teil unserer ehemaligen Spieler und Trainer hat sich dazu bereit erklärt, auf Geld zu verzichten. Dadurch sparen wir 5000 Euro, was es uns auch einfacher macht“, berichtet der Vorsitzende weiter. Und Grenwelge sagt auch: „Zudem habe ich Signale bekommen, dass die Nachforderung der BG wohl nicht ganz so hoch sind, wie ursprünglich gedacht.“

Vorsichtiger Optimismus also beim SV Bübingen, der seine Planungen vorangetrieben hat, in der kommenden Saison wieder eine Aktiven-Mannschaft für den Spielbetrieb zu melden. Mit Sebastian Fay und Marc Becker vom Verbandsligisten SV Bliesmengen-Bolchen wurde bereits ein Spielertrainer-Duo für die Mannschaft, die ganz unten in der A-Klasse starten muss, gefunden. „Wir haben auch schon die Zusagen von 17 bis 18 Spielern“,berichtet Grenwelge. Der Vorsitzende des SV Bübingen erklärt aber: „Das Wort Auftstieg möchte ich nicht in den Mund nehmen. Aber Ziel ist es, eine Mannschaft zu stellen, die eine gute Rolle spielen kann.“