Auf ihre Stücke freut sich der Ort

Altenkessel. Mitreißende Kultur ist nicht nur Profis vorbehalten. Die Theaterfreunde Altenkessel beweisen es. Den Verein gibt es seit 1921. Damals gründeten 21 junge Männer im Alter von 21 Jahren die Schauspielgruppe und führten nach eifrigen Proben ihre erstes Stück auf: "Zum weißen Rössl"

Altenkessel. Mitreißende Kultur ist nicht nur Profis vorbehalten. Die Theaterfreunde Altenkessel beweisen es. Den Verein gibt es seit 1921. Damals gründeten 21 junge Männer im Alter von 21 Jahren die Schauspielgruppe und führten nach eifrigen Proben ihre erstes Stück auf: "Zum weißen Rössl". Nach einer kriegsbedingten Zwangspause starteten die Theaterfreunde durch, nahmen auch Frauen auf, was der Arbeit bekam. Die weiblichen Mitglieder bereicherten nicht nur das Bühnengeschehen, sondern nähten Kostüme und fertigten sogar Perücken an. Heute kommen Kostüme, so man welche braucht, aus dem Verleih. "Wir haben uns dem lustigen Fach verschrieben," erklärt der Vorsitzende Hans-Jörg Roa die Stilrichtung der Stücke. "Unser Publikum will das so," ergänzt Heiner Gores, der dem Verein schon seit 1963 angehört, "und wir wollen das auch. Die Proben sind ernst genug." Mit diesem humorigen Kommentar sind wir schon mittendrin in der heiteren Atmosphäre des Vereins. "Wir sind wie eine große Familie," erklärt Ulrike Peters und verweist auf das Vereinsmotto, das da lautet: "Friede, Freude, Einigkeit sei mit euch zu jeder Zeit." Von diesem Vereinsleben, frei von Intrigen und voller Harmonie, fühlen sich Heidi und Jürgen Ames seit 1999 angezogen. Die beiden wohnen in Riegelsberg und nehmen es auf sich, zwei-, dreimal in der Woche zu den Proben nach Altenkessel zu fahren. So wie Reiner Löw, der vor sechzehn Jahren aus Altenkessel "auswandern" musste und nun regelmäßig aus St. Ingbert anreist: "Hier sind nicht nur Mitglieder, hier sind Freunde," fasst er zusammen. Doch es ist nicht nur die tolle Atmosphäre, die Menschen anzieht und bei der Stange hält. Heike Haag, die als Fünfzehnjährige einstieg und schon 25 Jahre dabei ist, lobt die profimäßige Theaterarbeit: "Es wird bis ins Detail geprobt, und die Regie gibt gute Anweisungen." Das schätzt auch das Publikum. Wenn im August der Vorverkauf beginnt, sind die Karten binnen Tagen weg. Der ganze Ort ist gespannt, was die Theaterfreunde wohl auf die Bühne bringen, ganz besonders aber, wie die Bühne gestaltet ist: Das bleibt, bis sich der Vorhang öffnet, wie immer, ein Geheimnis. Ob alles gut geht oder nicht, wie bei einer Aufführung, als die Hängeschränke der Küche beim Zuknallen einer Tür herunterkrachten - "ein toller Gag" kommentierten Besucher die Panne -, wer weiß. Sicher ist: Ohne Theaterfreunde würde Altenkessel etwas fehlen.

StichwortDie Theaterfreunde 1921 Altenkessel proben und treffen sich im Vereinsheim Alleestraße 13 (hinter Pizzeria Famiglia). Die Erwachsenen studieren jedes Jahr ab März ein Stück ein und führen es im Oktober auf, diesmal "Hexenschuss oder der Bandscheibenvorfall", eine Farce von John Graham, Regie: Hans-Jörg Roa. Premiere: 11. Oktober, 19 Uhr, im Vereinsheim. Außerdem gibt es eine von Katja Ludt geleitete Kindertheatergruppe, die ihre "Handy Storys" im November zeigt. Beide Gruppen suchen noch Mitspieler. kjsInfos, Kontakt: Heidi Ames, Telefon (0 68 06) 92 02 80, Hans-Jörg Roa Tel. (0 68 98) 87 05 36.

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